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III: Protestantismus heißt Mut zur Zeitgenossenschaft Darum protestieren wir auch: |
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| Protestantisch kritisch | ||
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Die nachfolgenden Beiträge sind grundsätzlich kritisch angelegt. Sie beinhalten zum Teil provokante Texte und Fragestellungen, die gezielte
Reaktionen beim Lesen hervorrufen sollen.
Mit diesen Beiträgen möchten wir ein freies und kritisches Bewusstsein fördern, ohne zugleich ergebnisorientierte Zielvorstellungen zu entwickeln.
Sollte Ihr Interesse in Richtung weitergehender Information gehen, folgen Sie bitte den Links zu den seriösen Originalseiten. Wenn sie dagegen Widerspruch anmelden möchten, oder anderweitigen Kontakt wünschen, ist uns jede E-Mail herzlich willkommen - hier die Kantaktadresse:
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Beiträge:
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Wir (!) - die Essenvernichter Wie (auch) Christen den Hunger der Welt vergrößern .... Wie ist es möglich, dass geraden in jenen Staaten, die sich gern ihrer christlichen Wurzeln rühmen, die größten Essenvernichter leben? Sollten nicht gerade jene 'Vorzeige-Christen', wenn es um das nackte Überleben anderer geht, mit gutem Beispiel vorangehen? Wo bleibt bei den christlichen Menschen die biblische Nächstenliebe? Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren
Täglich werden essbare Lebensmittel, mit gültigem Haltbarkeitsdatum, in riesigen Mengen weggeworfen. Deutschland führt mit etwa 50% die einsame Spitze der ESSENSVERNICHTER in Europa an. So bleiben Kartoffeln aus deutschen Landen zur Hälfte schon bei der Ernte auf dem Feld zurück, weil sie nicht der "Norm" entsprechen. Sie sind entweder zu klein oder zu groß, oder haben andere Schönheitsfehler. Jeder zweite Kopfsalat wird aussortiert, jedes fünfte Brot entsorgt. In den Abfall-Containern der Supermärkte findet man riesige Mengen einwandfreier Nahrungsmittel, original verpackt, mit gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Was nicht gut aussieht, fliegt raus: Zu krumme Gurken, zu helle Tomaten, zu kleine oder "unschöne" Äpfel kommen gar nicht erst in den Handel, sondern landen direkt im Müll und müssen zusätzlich entsorgt werden. Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel wird weggeschmissen. Allein diese Folgen auf das Klima der Welt sind um das Mehrfache größer als die umweltgefährdende "Alibi-Aktion" zum Verbot der Glühlampen. Der Kostendruck auf die Weltmarktpreise steigt durch dieses Verhalten ins Unerträgliche und ist mit ursächlich für die Steigerung des Hungers in der Welt. Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde reichen, um viele Hungernde auf der Welt zu ernähren. Warum schmeißen wir es trotzdem weg? Mit diesem Thema beschäftigt sich der Dokumentarfilm "Taste the Waste", der am 8. September in den Kinos startet. welthungerhilfe.de Taste the Waste - der Film Die Essensvernichter - das Buch
Zeitgleich zum Kinostart von „Taste The Waste“ erscheint das Buch „Die Essensvernichter“. Es ergänzt den Film um weitere Fakten, Hintergründe und Zusammenhänge. Es beleuchtet
historische Entwicklungen der Überproduktion, der Wegwerfgesellschaft und der "Amerikanisierung der Ernährungsgewohnheiten" und zeigt die Auswirkungen des Überflusses in den
Industrienationen auf das Leben in Entwicklungsländern. Die Autoren Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn lassen Sachverständige und Aktivisten zu Wort kommen und stellen
beispielhafte Aktionen und Kampagnen vor. Das Buch ist auch eine Anleitung zum Aktivwerden. Es soll eine gesellschaftliche Veränderung anstoßen.
Es ist für viele Menschen unerträglich mit ansehen zu müssen, wie gerade in den christlich geprägten Ländern der westlichen Welt, das Gebot der "Nächstenliebe" dem puren Eigennutz und der grenzenlosen Verschwendung geopfert wird. Dies ist beileibe nicht nur eine Angelegenheit der Christen und ihrer Kirchen, es ist vielmehr ein zwingendes Erfordernis der elementaren Menschlichkeit. Jeder hier bei uns, der verantwortungsvoll und bewusst mit Nahrungsmittel umgeht und sich dem Druck der alltäglichen "Wegwerfmentalität" mutig entgegenstellt, hilft nicht nur seinem Geldbeutel, sondern trägt aktiv zur Beseitigung des Hungers in der Welt bei. Außerdem wird dadurch - wie bei der Ablehnung von Nahrungsmittel für Benzin (E 10) - ein Beitrag für die Verbesserung des Weltklimas geleistet. Kein Essen in den Müll Keine Nahrungsmittel für Benzin
You-Tube 3SAT-Video, Kulturzeit: "Frisch auf den Müll - die globale Lebensmittelverschwendung"
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Missbrauch im Raum der Heiligen christlichen Kirche
Hasenhüttl: ... Als Joseph Ratzinger Präfekt der Glaubenskongregation war, hat er am 18. Mai 2001 ein Schreiben an alle Bischöfe erlassen, dass sie unter Kirchenstrafe keinen dieser Fälle (Missbrauch) veröffentlichen dürfen. Er hat sie zum "päpstlichen Geheimnis" erklärt. << Deshalb ist er der Hauptverantwortliche für die Vertuschung. >> Lombardi sagte, der vor zwölf Jahren gestorbene Priester habe zwischen 1950 und 1977 in der angegebenen Schule gearbeitet. Als der Vatikan davon erfuhr, sei nichts unternommen worden, << weil der Mann die Taten zugegeben hatte und weil es ihm gesundheitlich sehr schlecht gegangen sei (!) >> >< ...Die Vatikanzeitung «Osservatore Romano» nannte die Missbrauchsdebatte in einem Artikel der Ostersonntagsausgabe eine «plumpe Propaganda gegen den Papst». Die Zeitung sprach außerdem von "verleumderischen Angriffen" und einer "Diffamierungskampagne". ><
Die Katastrophe und der Umgang
(März 2010 – Red. ws) Wenn über Mitmenschen oder Mitgläubige Christen förmlich eine Katastrophe hereinbricht, sollte es für keinen Menschen ein Grund zur Genugtuung oder zur Gleichgültigkeit geben. Dies gilt für alle Bereiche unseres kulturellens Lebens, in denen ähnliche Delikte ebenfalls geschehen könnten.
Bei dem größten Verständnis wird es auch für viele Menschen unerträglich, wenn in Anbetracht der lebenslangen Schäden an den Seelen
der Opfer, nun der Papst selbst als Opfer einer Kampagne von dem Papst-Sprecher Federico Lombardi dargestellt wird.
Der Regensburger Bischhof Müller sieht gar eine generelle << Kampagne gegen die Kirche >> und versteigt sich sogar in einen Vergleich mit der NS-Zeit. In welcher Welt leben diese Zeitgenossen? Wenn hier wird das Tatumfeld kurzerhand zum Opferbereich erklärt wird, zeugt dies von einem völligem Unverständnis gegenüber den tatsächlichen Opfern. Sehr deutlich äußerte sich der kath. Theologie-Professor Gotthold Hasenhüttl gegenüber der SZ: Als Josef Ratzinger Präfekt der Glaubenskongregation war, hat er am 18. Mai 2001 ein Schreiben an alle Bischhöfe erlassen, dass sie unter Kirchenstrafe keinen der Missbrauchsfälle veröffentlichen dürfen. Er hat sie zum "päpstlichen Geheimnis" erklärt. Deshalb ist er der Hauptverantwortliche für die Vertuschung. Ebenfalls betroffene nicht kirchliche Einrichtungen haben längst personelle Konsequenzen gezogen. Wo bleiben die überfällige Konsequenzen aus dem höchst moralischen Anspruch des kirchlichen Führungspersonals? Lediglich mit Reue und Buße kann sich eine "Moralinstanz" nicht aus der Affäre ziehen. Es geht hierbei insbesondere um die Führungskräfte der Vertuschung und um jene, die eine menschenwürdige Sexualmoral in der röm. kath. Kirche mit allen Mitteln verhindern. Nach den Missbrauchsskandalen in den USA und jüngstens in Irrland - um nur einige zu nennen - dürfte es der Intelligenz des Kirchenoberen wohl nicht entgangen sein, mit welcher steigender Intensität sich die Kirche mit sexuellem Fehlverhalten befassen muss, wenn sie ihr gestörtes Verhältnis zur menschlichen Sexualität nicht dauerhaft verändert. Wie jeder derzeit beobachten kann, lassen sich solche eklatante Verfehlungen nicht mehr dauerhaft unter dem Deckel der Heiligen Kirche halten.
Die obersten Kirchenführer sollten endlich begreifen, dass es in dieser Angelegenheit primär um den
« Schutz der Kinder » geht und die bislang vordringlichste Handlungsweisen zum Schutz der
Institution Kirche, vollkommen unangebracht sind.
Wenn derartig verbrecherische Sexualdelikte über Jahrzehnte im Inneren der röm. kath. Kirche hierzulande geschehen, ist es für einen Oberhirten in dieser Zeit nicht angemessen, sich lediglich über Dritte betroffen zu zeigen. Wer sich als höchster Repräsentant dieser Weltkirche und eingeforderte Moralinstanz darstellt, muss sich wahrhaftig und unbeirrbar diesem Anspruch und der damit verbundenen Verantwortung auch in persona stellen. Ansonsten wird nicht nur die eigene Person, das Amt, sondern die gesamte Kirche von dem Strudel der Ereignisse überschwemmt. Auch für den ranghöchsten Kirchenvertreter hierzulande wäre es angebrachter sich rückhaltlos um die "verkümmerte" Aufklärung in den eigenen Reihen zu bemühen, statt die Führung der Justiz ultimativ zu attackieren.
Es sind primär nicht die abscheulichen Verbrechen selbst die viele Menschen derzeit besonders erzürnen, sondern wie die Offizialkirche mit den schändlichen
Taten umgeht.
Dies ist einer Kirche mit den hohen moralischen Ansprüchen unwürdig und im höchsten Maße abträglich. Unerträgliche Verbrechen Es gehört wohl zu den schrecklichsten und abscheulichsten Verbrechen wenn unschuldige Kinder, die im Rahmen des besonderen Schutzes- und Fürsorgerahmens in einer ihr vertrauten Umgebung missbraucht werden. Wenn dieser langjährige Missbrauch noch von Menschen verursacht wird, die angeblich professionell << im Namen Gottes agieren >>, ist dies besonders verwerflich. Man mag es kaum aussprechen, welche Katastrophe vornehmlich (jedoch nicht nur) über die kath. Kirche hier hereingebrochen ist. Jene christlichen Menschen zu den die "Kindlein" gemäß Bibelzitat kommen sollen, haben ihnen quasi im "Namen Gottes" Gewalt angetan - unvorstellbar ! Es ist ist eine Schande wenn Kirchenfunktionäre diese Verbrechen mit irgendwelchen obskuren Hinweisen relativieren wollen, wie dies dieser Tage immer häufiger geschieht.
Dass derartige Schreckenstaten natürlich nicht nur auf Priester beschränkt waren, dürfte von integeren Menschen niemals zur Relativierung der
Verbrechen angeführt werden. Es ändert auch nicht das Geringste an der Abscheulichkeit dieser Verbrechen, sondern zeigt in erschreckenderweise
den unverantwortlichen Umgang mit diesen Gräueltaten.
Es ist für alle verantwortungsbewusste Menschen unerträglich, wenn sich der Anschein bewahrheiten sollte, dass es vom Vatikan oder dessen Dienststellen, möglicherweise Anweisungen zur Geheimhaltung, Verschleppung oder zur Aburteilung in ausschließlich kirchlichem Rahmen gegeben haben sollten.
"Geschenk Gottes"
Der Papst wiederholt im Angesicht Tausender Missbrauchsopfer: Die Ehelosigkeit der Priester sei ein << Geschenk Gottes >>, das nicht dem Zeitgeist geopfert werden dürfe. Wenn dieses << Geschenk Gottes >> dazu beiträgt, das ohnehin gestörte Verhältnis der röm. kath. Kirche zur menschlichen Sexualität noch weiter zu verschlechtern, wäre die Kirchenführung gut beraten, darauf zu verzichten. Da dieses "angebliche" Geschenk ohnehin erst vor 1000 Jahren per Kirchengesetz eingeführt wurde. Jedoch sollte der Papst einmal in den mittelalterlichen Notizen des Vatikans nachlesen, was gewisse Vorgänger in seiner Position seinerzeit so alles getrieben haben. Möglicherweise könnte die Diskrepanz zwischen Ehelosigkeit und dem biologisch evolutionären Fortpflanzungsdruck zu einer übernatürlichen Erleuchtung führen. Wenn alle kath. Christen dieses angebliche << Geschenk Gottes >> annehmen würden und davon ausgehend, dass der Papst dies, im Gegensatz zur mittelalterlichen Praxis, auch als Fortpflanzungsverbot sieht, wäre ihr Ende sehr bald besiegelt. Folgerichtig wäre auch das Papsttums am Ende. Die von Gott aufgetragenen Vermehrung würde beendet sein. Erbbiologisch gesehen wären "diese" Christen eine längst ausgestorbene Spezies. Ein Lösungsansatz, der nachdenklich machen sollte. In diesem Zusammenhang sei auszugweise auf die päpstliche Mitteilung "Familiaris Consortio", von Johannes Paul II. aus dem Jahre 1981 hingewiesen:
... «Wenn die menschliche Sexualität nicht als ein hoher, vom Schöpfer geschenkter Wert betrachtet wird, verliert auch der um des Himmelreiches willen
geleistete Verzicht auf sie seine Bedeutung.»
Einhaltung der Gesetze erzwingen. Es ist die Pflicht unseres Rechtsstaates die Einhaltung der Gesetze zu erzwingen - selbstverständlich auch gegenüber privaten Institutionen, den Kirchen, den Geistlichen, Pädagogen und all ihren vorgesetzten Dienststellen. Eine Strafvereitelung darf nicht zugelassen werden. Die Strafverfolgungsbehörden dürfen von den politisch Verantwortlichen nicht daran gehindert werden, auch all jene zu belangen, die indirekt die Verbrechen begünstigt, vertuscht, oder deren Verfolgung durch << Anweisungen >> erschwert oder gänzlich unmöglich gemacht haben. Natürlich auch jene, die evtl. rechtswidrige Anweisungen ausgeführt haben. Also grundsätzlich alle, die sich der Mittäterschaft schuldig gemacht haben könnten. Hier darf die Rechtsstaatlichkeit nicht vor den höchsten Würdenträgern kapitulieren. Ein "Runder Tisch" kann die Strafverfolgung keinesfalls ersetzen, sondern bestenfalls präventiv wirken. Jedoch nur, wenn alle Betroffenen willens sind, Richtlinien und Handlungsweisen konsequent zu verändern. Dies erscheint im Hinblick auf jüngste Äußerungen der Kirchenführung zumindest derzeit in Teilbereichen sehr fraglich. Außer der konsequenten Strafverfolgung gilt es zu überprüfen, inwieweit eine Verjährung generell aufzuheben ist und eine generelle Anzeigepflicht für alle Missbrauchsfälle rechtlich verankert werden kann.
Es sollte für die Kirche und andere Betroffene selbstverständlich sein, sich vordringlich um die leidgeprüften Opfer zu kümmern,
ihnen aufrechte Anteilnahme und Gerechtigkeit zu vermitteln, sowie alle erdenkliche Hilfestellungen für die Wiedererlangung der persönlichen
Lebensperspektiven zu gewähren.
Eine weitere Voraussetzung im Sinne der Opfer sind öffentlich sichtbare persönliche Konsequenzen im Führungspersonal der betreffenden Kirchen oder den anderen Institutionen. Bauernopfer wirken hier kontraproduktiv.
Vor allem gilt es die langen kirchenrechtlichen Schatten des ursächlichen Konfliktpotenzials endlich zu überwinden,
ohne den angeblichen Zeitgeist des Oberhirten zu sehr zu bemühen.
Denn nur dann kann eine effektivere Prävention derartiger Verbrechen künftig besser gewährleistet werden.
Es erscheint als überflüssiger Aktionismus der Politik die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, wenn man in vielen Details des täglichen Lebens die dringend erforderlichen Hilfen für den Nachwuchs unseres Volkes übergeht, oder die dringend erforderlichen Prioritäten verweigert.
Generell sollte unsere Gesellschaft endlich erkennen, dass zwar eine uneingeschränkte Strafverfolgung wichtig ist, jedoch eine allgemeine und
alle gesellschaftliche Bereiche umfassende Prävention absolute Priorität erhalten muss.
Dies sollte unter den derzeitigen Umständen, mit allem Nachdruck, der notwendigen gesellschaftlichen Akzeptanz und der erforderlichen finanziellen Ausstattung durchgesetzt werden. Wir müssen in unserem Land dafür sorgen, nicht primär für die "Erwachsenen" das Leben zu gestalten, sondern die Grundlagen für ein "kinderfreundliches" Leben im Alltag endlich in die Tat umzusetzen. |
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Künstliche Aufregung um Käßmann-Neujahrspredigt in der Frauenkirche
(Januar 2010 – Red. ws) Der neuen Ratsvorsitzenden der EKD Frau Käßmann, gilt ein besonderer Dank und Anerkennung, für die wahrhaftigen und offenen Worte und Gedankengänge, die sie in der Neujahrspredigt ohne theologische Verklausulierungen angesprochen hat. Diese Worte heben sich erfreulich und sehr deutlich von jenen Allgemeinplätzen ab, die wir ansonsten von unserer teflonartigen Politikspitze, nicht nur zum Jahreswechsel ertragen müssen. Naturgemäß treiben solche freimütige, offene und deutliche Formulierungen im Politikbereich, gewisse Charaktere zu jenen verleumderischen und entstellenden Darstellungen, wie man sie in den Medien wahrnehmen konnte. Die dafür Verantwortlichen haben entweder die wenigen Afghanistan betreffenden Zeilen der Bischöfin nicht gelesen, oder sie waren geistig nicht in der Lage die einfachen und keineswegs neuen Formulierungen zu begreifen. Eventuell war es auch die Wut über das eigene Unvermögen und die Fantasielosigkeit, in anderen Denkungsschemata als den rein Militärischen zu verhaften, die hier emotional zu Tage getreten sind. Wenn es denn gar gegen die Ratsvorsitzende als „Frau“ geht - wie dies vielfach deutlich wird - zeugt dies von dem geistigen Zustand dieses "Männervereins" der ewig Gestrigen. Frau Käßmann sollte sich keinesfalls von der oft ins Persönliche zielende Aufregungskampagne beeinflussen lassen und sich auch weiterhin so offen, klar und ohne Umschweife immer dann zu Wort melden, wenn sie es persönlich für angezeigt hält. Die Bundeskanzlerin intervenierte im letzten Jahr zurecht bei dem Kirchenführer im Vatikans, als dieser begann ultrakonservative und in mittelalterlichen Zwangsvorstellung verhaftete christliche Fundamentalisten in den Schoß der Kirche zu geleiten. Mit dem gleichen Selbstverständnis müssen nun auch die Regierenden die längst überfälligen Ausführungen und offensichtlich sehr unbequemen Fakten, der Vorsitzenden einer anderen christlichen Kirche, sich hoffentlich zu Herzen nehmen. Eine wahrhaftige und erfreulich unbequeme EKD-Vorsitzende mit einigen Ecken und Kanten, jedoch mit der eindeutigen Verurteilung von dem "Primat von Krieg und Gewalt" als universeller Problemlöser, ist genau das was viele Menschen sich nicht nur aus den Reihen dieser christlichen Kirche wünschen. Dies gilt insbesondere für jene Art der Kriegsführung wie sie derzeit zu Lasten des armen geschundenen Volkes in Afghanistan geschieht. Hier werden dem Sicherheitsanspruch westlicher Demokratien, unter Missachtung jeglicher Verhältnismäßigkeit und Humanität, dem afghanischen Volk weitere unsägliche Opfer abverlangt. Einem Volk, das seit 40 Jahren von allen Varianten des Krieges und der Vernichtung überflutet wird. Den Frieden in Afghanistan vornehmlich mittels militärischer Gewalt erzwingen zu wollen, ist in all den Jahren kläglich gescheitert und wird auch durch Aufstockung der „Militärpräsenz“ sich nicht radikal ändern. Wie auch bei anderen Kriegen (siehe Irak), hatte man auch hier offenbar nur Vernichtungspläne, jedoch kaum Vorkehrungen für eine ausreichende Finanzierung des Wiederaufbaues getroffen, ebenso wenig für eine nennenswerte Hilfe zur Selbsthilfe. Hier, in dem grob vernachlässigten zivilen Bereich sollten unsere Länder den überwiegenden Teil ihrer Hilfen kreativ konzentrieren, statt dauerhaft den rein militärischen Aspekt in den Vordergrund zu stellen! Die Diskrepanz zwischen Militär- und Zivilausgaben offenbart hier mehr als alle Sonntagsreden der Politiker. Wir Menschen in der angeblich zivilisierten Welt, sollten uns hierbei die Frage stellen, ob man in einer christlich geprägten Gesellschaft weiterhin bereit ist die Massenopferung unschuldiger Menschen zu befürworten, um in heimischer Umgebung sicherer zu leben? Wenn die Bischöfin Margot Käßmann feststellt, dass Waffen offensichtlich keinen Frieden in Afghanistan bringen und es Zeit ist den Mut zu Alternativen aufzubringen, mehr Fantasie für den Frieden und andere Formen der Konfliktbewältigung einfordert, so sollte sich jeder vernunftbegabte Mensch dem vorbehaltlos anschließen können. Dies gilt ebenso für die weiteren Themen in dieser Predigt, gleichgültig ob es um den gescheiterten Klimagipfel, oder die steigende Kinderarmut in Deutschland und die anderen an den Rand gedrängte Gruppen in unserer Gesellschaft geht. Wenn dieser Tage die UN für das letzte Jahr eine noch nie dagewesene Anzahl ziviler Opfern meldet, kann doch kein "normaler" Mensch behaupten, es sei alles gut in Afghanistan. Mit Fug und Recht äußert daher Frau Käßmann: „Nein, es ist nicht alles gut“, oder „Nichts ist gut in Afghanistan“, was sie in den weitergehenden Ausführungen noch vertieft. Dies gilt auch für den vermeintlich so pragmatischen Ruf zu den Waffen - der insbesondere den Älteren unter uns, aus der jüngeren Geschichte noch belastend nachklingt. Alle, die mehr als diese Tatsachen in die Aussagen der Bischöfin hineininterpretieren - Käßmann sogar in eine linksradikale Ecke stellen, oder gezielt hierbei gegen unsere Soldaten intrigieren, sollten ihre unhaltbare Diffamierungen besser in jene politisch Richtung lenken, in der für jeden sichtbar, Tatsachen verschleiert, Wahrheiten unerträglich verbogen werden und friedliche Alternativlösungen offenbar nicht nachdenkenswert erscheinen. Unsere Soldaten sollten daher nicht auf jene „sauer“ sein, die ihren lebensgefährlichen Einsatz gezielt und mit Übersicht reduzieren oder abschließen wollen, sondern auf jene Politiker Verbandsfunktionäre, die nur eingleisig zu denken bereit sind und uns die harten Tatsachen verschleiern. Die Politiker sollten endlich verinnerlichen, dass man zwar einzelne Kämpfer, jedoch keine Ideologien - seien sie auch noch so verwerflich - mit Bomben und Granaten bekämpfen kann. Wie jeder seit Anbeginn im Irak und nun auch zunehmend in Afghanistan erkennen kann, stehen für jedem durch die christlichen „Befreier“ getöteten Menschen, Dutzende muslimisch indoktrinierte Menschen, zu allem bereit. Mit diesen „Kriegen gegen den Terror“ werden die Terroraktivisten von al-Qaida und Co. nicht effektiv bekämpft, vielmehr lassen diese Kriege und „Besetzungen“ muslimischer Länder, diese Art des Terrors weltweit eskalieren...(!) Wenn der ev. Theologe R. Schröder äußert: "Der Glaube an die Allmacht der Gewaltlosigkeit ist ein Aberglaube" – so hat er provokativ das Primat der Gewalt lediglich umgedreht, jedoch an der eigentlichen Kritik der (fast) völlig unterlassenen zivilen Hilfe für Afghanistan, völlig vorbei argumentiert. Er sollte eigentlich wissen, dass Krieg oder Frieden keine reine Glaubensangelegenheit ist, sondern vornehmlich von der An- oder Abwesenheit eines humanen Geistes zeugt. Nur mit der sprichwörtlichen Palme zu wedeln, ist natürlich ebenso kontraproduktiv wie ausschließlich auf die militärische Option zu setzen. Es gilt hier nicht einem naiven Pazifismus das Wort zu reden, wenn man Krieg und Gewalt nicht als primären Lösungsansatz menschlichen Zusammenlebens favorisiert. Alternativ zur verstärkten Fortsetzung dieses ausschließlich militärischen "Krieges gegen den Terror", müssen schnellstens umfassendere und intelligentere Bekämpfungsstrategien umgesetzt werden, die vermutlich keine schnelle Lösung erwarten lassen, sondern eine sehr langfristige Herausforderung an alle freiheitliche Gesellschaften darstellen. Hier die vollständige Neujahrspredigt: Bischöfin Margot Käßmann zu Weihnachten 2009 (DW-TV) Weitere Links: (15. Dez. 2009 - Renke Brahms, Friedensbeauftragter der EKD) Wenn wir in diesen Tagen in Deutschland friedliche Weihnachten feiern, herrscht in Afghanistan Krieg. Auch wenn manche meinen, völkerrechtlich sei dieser Konflikt kein "Krieg", die Soldatinnen und Soldaten und auch weite Teile der Familien in Bevölkerung empfinden das so. Menschen werden verletzt und sterben. 4.500 deutsche Soldatinnen und Soldaten und ihre Deutschland leiden darunter ebenso wie die Menschen, die mithelfen, Afghanistan zivil, wirtschaftlich und entwicklungspolitisch aufzubauen Massive Aufstockung der zivilen Anstrengungen nötig! Dem immer lauter werdenden Aufruf "Bundeswehr raus aus Afghanistan!" kann ich mich grundsätzlich anschließen. Allerdings fangen die Fragen und Probleme damit erst richtig an. Es muss dazu gesagt werden, wie ein Abzug der Bundeswehr aussehen kann, ohne Afghanistan einfach von heute auf morgen sich selbst oder den Taliban zu überlassen. Deshalb ist meine Forderung: Ein klar erkennbarer Strategiewechsel vom militärischen Schwerpunkt zum Vorrang des Zivilen wie es in der Nur so können die Bundeswehr und die anderen militärischen Kräfte schrittweise abziehen. Zu einem solchen Strategiewechsel gehört nicht die Erhöhung der Zahl der Soldatinnen und Soldaten, sondern die massive Aufstockung der zivilen Anstrengungen und Mittel. Nur wenn die Bevölkerung Afghanistans selbst eine Alternative zum Drogenhandel und zur Herrschaft von Warlords und Taliban erkennt, wird es Frieden geben können. Zwei unterschiedliche Kirchenleute kritisieren den Afghanistan-Einsatz. Doch während Bischof Mixa niemanden erregt, fallen die Politiker über Bischöfin Käßmann her. Zwei sehr unterschiedliche Kirchenleute sind da einer Meinung - und dann passiert etwas Merkwürdiges: Niemand kritisiert Bischof Mixa, der seit Jahren aus seiner Skepsis gegenüber der Afghanistan-Expedition keinen Hehl macht. Über Bischöfin Käßmann aber fallen die Politiker aus der Union und auch der SPD her, als hätte sie gerade die Auflösung von Bundeswehr und Nato bis Ostern gefordert. Weil der eine ein Konservativer ist und durch seine Kritik Nachdenklichkeit zeigt - und die andere eine Linke, die man bei der Straftat des Linksseins ertappt hat? Keine Angst vor dem klaren Wort - Die Heftigkeit der Reaktionen auf Käßmanns Äußerungen ist überraschend. Warum wird den Afghanistan-Thesen der streitbaren Bischöfin so viel Aufmerksamkeit zuteil? Eigentlich hat sie nichts Revolutionäres verkündet. Selbst Verteidigungsminister zu Guttenberg dringt auf eine Abzugsperspektive. Und in ihrer Predigt sprach Käßmann nicht einmal von einem sofortigen Rückzug - auch in mehreren Zeitungsinerviews vor Weihnachten hatte sie das nicht getan. Liegen die Nerven blank beim Thema Afghanistan, bei dem die Regierungspolitik so offensichtlich meilenweit entfernt ist von der Stimmung bei den Wählern? Oder liegt die Wut darin begründet, dass sich hier eine Kirchenfrau zu Wort gemeldet hat? Die EKD-Ratsvorsitzende Käßmann hat die Kritik an ihren Äußerungen über den Afghanistan-Konflikt zurückgewiesen. Sie bleibe dabei,dass mehr Fantasie für den Frieden erforderlich sei, bekräftigte Frau Käßmann auf dem traditionellen Epiphanias-Neujahrsempfang im Kloster Loccum. Die hannoversche Landesbischöfin sagte wörtlich: "Wer - beim besten Willen - möchte dem Satz widersprechen, dass in Afghanistan nichts gut ist." Die Entsendung der Truppen sei als "ultima ratio" notwendig gewesen. Doch dürfe das letzte Mittel des militärischen Einsatzes nicht zum Normalfall werden. Am Montag trifft Frau Käßmann mit Verteidigungsminister zu Guttenberg zu einem Gespräch über das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan zusammen. Verteidigungsminister Guttenberg konnte die EKD-Rats-Chefin nicht überzeugen: Auch nach einem Treffen nimmt sie ihre Kritik an der Afghanistan-Politik nicht zurück. Die ranghöchste Protestantin Deutschlands bekräftigt im Streit um ihre Haltung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ihre Position: "Ich stehe dazu, was ich gesagt habe", sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Montagabend in der ARD. Ihre Neujahrspredigt mit dem Satz "Nichts ist gut in Afghanistan" würde sie auch nach ihrem Treffen mit Bundesverteidigungsminister Guttenberg (CSU) wieder so halten. Sie wisse, dass Waffen "dazu beitragen können, dass ziviler Aufbau möglich ist.“ Derzeit stehe allerdings die militärische Perspektive zu sehr im Vordergrund. Darüber sei sie sich mit Guttenberg einig gewesen, sagte Käßmann. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich erfreut über ein "Wort der Solidarität" durch den Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gezeigt. Angesichts der Lage in Afghanistan müsse eine "bittere Bilanz" gezogen werden, meinte Zollitsch. Eine einfache Lösung des Problems gebe es nicht.
INFOBOX - 11. September und der Afghanistankrieg (Januar 2010)
Als im Jahre 2001 Terroristen der al-Qaida den Anschlag des 11. September auslösten, war die Welt mit Recht entsetzt. Selbstverständlich hat auch unser Land hat den USA Unterstützung bei der Bekämpfung dieser Terrorgruppe angeboten. Als Unterschlupf der al-Qaida-Terroristen wurde das von den Taliban beherrschte Afghanistan und Teile von Pakistan ausgemacht. Fast alle dieser Flugzeug-Terroristen waren Saudi-Arabischer Herkunft, kein einziger afghanischer Staatsbürger befand sich darunter. Eine relativ geringe Anzahl von Terroristen sollten nun in einem fremden Land mit extrem weitläufiger Gebirgslandschaft ausfindig gemacht und ausgeschaltet werden, ohne die am Anschlag unschuldige afghanische Bevölkerung in Mitleidenschaft zu ziehen. Letzteres zeigte sich wie bei allen derartigen Konflikten, als ein nahezu unlösbares Problem. Die USA demonstrierten ihre Entschlossenheit und entsandten sofort ein großes Militärkontingent kampferfahrener Truppen die für den Anschlag verantwortlichen al-Qaida Führer Bin Laden und seine Gefolgsleute zu ergreifen bzw. zur Strecke zu bringen. Es war niemals vorgesehen einen Krieg gegen das Afghanische Volk, seine Religion, oder sein kulturelles Erbe zu führen! Auch sollte keinesfalls in die eigenverantwortliche Selbstbestimmung des Volkes eingegriffen werden! Ein kurzer kraftvoller Militärschlag, unter dem Einsatz ganz spezieller „Militärfachkräfte“, sollte die angestrebten Ziele verwirklichen. Eine längere Verweilzeit des Militärs war nicht vorgesehen. So war zumindest die Planung, bzw. jene Planung die uns die Politiker öffentlich präsentierten... Entsprechend einer Vereinbarung der Afghanistankonferenz beteiligte sich Deutschland an der international besetzten << Friedenstruppe >>, die << keinen expliziten Kampfauftrag >> hatte und nur mit einem kurzfristigen Mandat ausgestattet war. Es war lediglich eine Beteiligung nur an dieser << Friedenstruppe >> vorgesehen, wie der damalige Verteidigungsminister Struck explizit hervorgehoben hatte. Die Bundesrepublik sollte sich vordringlich um die Ausbildung und den Aufbau der Polizeikräfte in der nördlichen Provinz bemühen. Zu bemerken ist, dass dieses arme muslimische Land Afghanistan sich seit dem Jahre 1979 unablässig in einem dauerhaften Kriegszustand befindet. Die Afghanen erdulden unter großen Leiden und totaler Zerstörung, seit 40 Jahren permanent den Krieg – ein wahrlich geschundenes Volk… Nun sind zum wiederholten Male Fremde << zur Zwangsbefreiung eingefallen >>. Diesmal sind es nicht die kommunistischen Befreier, sondern wiederum viele Menschen mit christlichen Gehabe, darunter alte und etwas neuere Bekannte. Was ist nun seit Beginn dieses neuen Afghanistankrieges geschehen ? Hat man das primäre Ziel, den Anführer Bin Laden und seine al-Qaida unschädlich zu machen, erreicht ? Zehntausende von Soldaten kämpfen nun seit vielen Jahren mit allen zur Verfügung stehenden militärischen Mitteln und pflügen seitdem mit Flugzeugen, Raketen, Kanonen und Panzern förmlich den Hindukusch um. Die Militärs jagen (versehentlich) Hochzeiten, andere Volksansammlungen und Tanklaster in die Luft und töten viele Zivilisten, natürlich auch Terroristen und ihre Gefolgsleute. Auch unser Land trägt entscheidende Verantwortung an der Massentötung völlig unschuldiger Menschen, obwohl unsere Soldaten nur mit dem mehrfach verlängerten Mandat für eine << Friedenstruppe >> vor Ort sind. In einem fürchterlichen Krieg, der schon viel länger als der 2. Weltkrieg andauert, hat man trotz des immensen Einsatzes von "Spezialkräften" das Hauptziel Osama bin Laden mit seiner Gruppe zu fassen, nach so vielen Jahren immer noch nicht erreicht. Auch hat man die Taliban nicht dauerhaft zurückdrängen können, noch hat man einen „Frieden“ erreicht, oder auch nur annähernd friedlichere Zustände für das bedauernswerte Volk geschaffen. Wie von den Militärs bestätigt wird ist die die akute Gefährdung durch die Talibankämpfer, trotz massiven militärischem Einsatz der ISAF-Kräfte nicht gesunken! Da die Taliban große Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle gebracht haben, leben die Menschen in Afghanistan derzeit wesentlich unsicherer als noch vor Jahren. Demgemäß steigt auch die Anzahl ziviler Opfer unter der Bevölkerung ins Unerträgliche an. Die UN-Mission Unama meldete für das Jahr 2009 einen weiteren Anstieg auf 2412 zivile Opfer unter der afghanischen Bevölkerung - ein neuer << trauriger Rekord >> seit Beginn des Afghanistankrieges. Der Auftrag Deutschlands zum Aufbau einer funktionierenden Polizeieinheit muss als kläglich gescheitert angesehen werden. Dies wird jedem einsichtig wenn man bedenkt, dass über 9 Jahre nur Bruchteile der Gesamtmittel für den friedlichen Zweck eingestzt wurden! zudem empfindet das Volk die ehemaligen „Befreier“ mittlerweile mehr als Besatzer, denn als willkommene Helfer. Wie auch die Sowjetunion nach 9 Jahren Krieg (1979-1988) schon leidvoll erkennen musste, ist es unmöglich diesem stammeshierarchisch geprägten muslimischen Land, mit Gewalt eine völlig fremde Lebensauffassung aufzwingen zu wollen. Gleichgültig ob es sich um ein kommunistisch orientiertes System, oder um ein demokratisches System unter christlichen Vorzeichen handelt. Selbst wenn diesmal kein fremder Geheimdienst die Taliban mit Waffen versorgt, wird die von den USA geführten << Friedenstruppe >> letztendlich scheitern. Die ISAF-Staaten sollten sich die Schmach des sowjetischen Abzuges mit ihren mehr 130.000 Soldaten nochmals vor Augen führen, um zu erkennen was auch der eigenen Militärmacht hier in Afghanistan blüht, wenn alle Beteiligten nicht rechtzeitig und radikal umdenken. Selbst die größten Optimisten unter den Politikern, müssen nach 9 langen Jahren die Verfehlung aller vordergründigen Ziele eingestehen. Ein totaler Fehlschlag trotz Einsatz massiven Militärpotenzials. Der so großspurig von den USA propagierte << Krieg gegen den Terror >> hat man hier in Afghanistan bereits verloren. Mit dem Nachbarn, dem bereits involvierten Pakistan steht noch sehr viel Ärgeres bevor – den dort stehen Atomraketen zu allem bereit ! Es gilt hier zu verdeutlichen, dass man keinesfalls einen „militärischen Krieg" erfolgreich gegen Terrororganisationen wie al-Qaida & Co führen kann, sondern bestenfalls einen sehr langfristigen und schwierigen "Kampf". Diesen natürlich mit all jenen Mitteln die in einem Krieg nicht üblich sind bzw. nicht sinnvoll angewendet werden können, jedoch für die internationale Terrorbekämpfung als Erfolg versprechend angesehen werden. Hierzu sind viel Ausdauer und ein langer Atem erforderlich. Außerdem kann der Kampf langfristig nur gewonnen werden, wenn man möglichst viele Länder von der Mitarbeit „überzeugt“, statt mit Erpressung oder mit militärischer Gewalt vorzugehen. Bei diesem Kampf gilt es zu bedenken, die Freiheiten der eigenen Bürger nicht einem überzogenen Sicherheitswahn zu opfern, wenn man andere Länder von dem eigenen freiheitlichen System „überzeugen“ will. Grotesk und verlogen verhält man sich seit geraumer Zeit in unserem Lande. Hier hat man bis vor wenigen Wochen dies alles nicht als Krieg bezeichnet, sondern als << Militärischen-Wohltätigkeitsausflug >> friedlicher Brunnenbauer und Polizeiausbilder dargestellt, den viele unserer Soldaten teuer mit ihrem Leben bezahlen mussten! Dieses Verhalten aller politisch Verantwortlichen ist eine Schande – jedoch haben die Bürger diese Illusionen willig und gern hingenommen – Hauptsache hier in der Heimat merkt man von alledem nichts. Nicht auf unsere Soldaten müssen wir mit dem Finger der Entrüstung zeigen, sondern auf die Verschleierungspraktiken unserer Regierung, sowie auf die unkritische Leichtgläubigkeit der Masse unserer Mitbürger. Bedingt durch den fatalen Befehl von Oberst Klein, hat sich über die Kritik von Bischöfin Käßmann eine längst überfällige und kontrovers geführte Diskussion in Deutschland entzündet, in der die Politiker der breiten Öffentlichkeit nicht weiterhin ihre Illusionen verkaufen können. Seit mehr als 9 Jahren wird in Afghanistan ein nie zu gewinnender Krieg geführt, selbstverständlich wird hierbei gezielt getötet – wie in jedem Krieg... Selbstverständlich töten auch deutsche Soldaten und werden selbst auch getötet. Ebenso selbstverständlich werden auch viele unbeteiligte Zivilisten getötet – wie in jedem Krieg... Und: << Die Wahrheit stirbt auch hier zuerst >> – wie in jedem Krieg... Insbesondere sollten sich unsere christlich geprägten Staaten nicht das Recht nehmen, den muslimischen Ländern die „Segnungen“ unserer etwas andern Kultur mit Waffengewalt überstülpen zu wollen. Auch nur der Anschein sollte vermieden werden. Die afghanischen Menschen müssen eigenständig und unbeeinflusst ihr religiöses und kulturelles Leben eigenverantwortlich bestimmen - selbst wenn uns Europäer dies noch so mittelalterlich, undemokratisch oder frauenfeindlich erscheinen mag. Es darf daher niemals das Ziel einer „Militärischen-Hilfsaktion“ werden, einem fremden Volk die eigene Kultur „überwinden“ zu helfen, nur weil man in unserer Hemisphäre andere Werte für richtig und menschenwürdig erachtet. Die Zeiten des gewaltsamen Kulturexports und den undiffenzierten religiösen Druck zur Zwangsmissionierung, sollten wir endlich in der Mottenkiste unserer zum Teil auch sehr gewaltsamen Geschichte belassen. Selbstverständlich gilt gleiches auch für andere Kulturkreise, insbesondere aber für jene die sich zu dem gleichen religiösen Urvater bekennen. Wenn sich diese Religions-Gemeinschaften auch weiterhin, wie schon seit Jahrtausenden bis zur Selbstauslöschung bekämpfen, können diese Gemeinschaften mit ihrem jeweiligen Glauben an diesen ganz << speziellen >> Gott, die kitisch denkenden Menschen mit humanistischen Grundprinzipien nie überzeugen. |
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Wirtschaft und Politik müssen Vertrauen erneuern und auch erhalten
(August 2009 – Red. ws)
Wie recht Bischof Huber mit der Forderung an die wirtschaftlichen Akteure hatte, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen zeigen die „Offenbarungen“
der letzten Tage.
Wobei dies leider nicht nur auf Wirtschaft beschränkt werden kann, sondern immer deutlicher auch für die politisch Verantwortlichen zutrifft.
Huber am 8. Juli 2009: Wenn in Umfragen nur noch jeder zehnte Bürger angebe, er könne der Wirtschaft und dem Markt vertrauen, sei dies ein "Alarmzeichen", sagte Huber. Vertrauen sei schwerer aufzubauen als neues Kapital. Unternehmer und Manager als Personen des öffentlichen Lebens müssten Tugenden vorleben. Ihr Verhalten dürfe nicht Ausdruck von Gier sein, sondern Handeln im Sinne legitimer Interessen. Huber verwies auf die in der vergangenen Woche veröffentlichte Stellungnahme der EKD zur Wirtschafts- und Finanzkrise. Darin fordert die evangelische Kirche eine ethische Neuorientierung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Mit Blick auf die am Dienstag veröffentlichte Sozialenzyklika von Papst Benedikt XVI. sagte Huber, er sei nicht der Auffassung, dass eine einzige Instanz eine Art Weltethos repräsentieren könne. Vielmehr müsse man die Pluralität der Werte und Religionen ernst nehmen, das Gemeinsame erkennen und den Konsens in ethischen Fragen zu stärken versuchen. Christen könnten "das Ihre selbstbewusst, aber nicht mit einem Alleinvertretungsanspruch einbringen", sagte Huber Selbstverständlich erwarten wir von den Vertretern der Weltkirchen auch eindeutige Stellungnahmen zu diesem sich immer weiter verstärkendem globalen Desaster.Wer, wenn nicht sie sollten auch die Abgründe des menschlichen Handelns besser erkennen und begreifen. Wenn einzig „der Tanz um das goldene Kalb“ die Richtschnur einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist und damit sozial- ethische Basiswerte des menschlichen Zusammenlebens gänzlich ignoriert werden, müssen auch die irdischen Vertreter der „höheren Mächte“ ihre hochgeistige Zurückhaltung aufgeben um klar und deutlich formulieren was Sache ist. Rein theologische Formulierungen sind in dieser Zeit nicht gefragt – „Tacheles“ reden und auch danach handeln ist das Gebot dieser Zeit. Mehr als jeder in den schlimmsten Albträumen befürchtet hätte, haben die Spitzenlenker der Wirtschaft und besonders von den Banken keinerlei Lehren aus dieser noch andauernden Weltkrise gezogen. Als wäre nichts geschehen wird weiter gezockt und kräftig milliardenfache Bonis verteilt, die diesmal „direkt“ von den staatlichen Unterstützungen zur Abwendung des Bankrots, aus einem höchst defizitären US-Steuersäckel bezahlt wurden. Bei uns ist es u. A. offenkundig, dass beispielsweise Super Top-Manager für einen milliardenschweren Flurschaden auch noch millionenfache Abfindungen erhalten – nur damit sie den eminenten Schaden nicht noch weiter erhöhen und ihren akuten Größenwahn endlich beenden. Wie es hier im Lande genau ausschaut, hat noch niemand in Details aus dem Politikerlager offen gelegt – es ist ja Wahlkampf. Auch hier werden hunderte von Milliarden aus schon völlig geleerten Kassen entnommen. Wie kann dies alles finanziert werden, wenn schon allein der SoFFin (Finanzmarktstabilisierungsfond) schon 480 Milliarden verteilt. Von der milliardenschweren Automobilsubventionierung und den „Verschrottungs-Wahlgeschenken“ einmal ganz abgesehen. Dies ist nur möglich wenn die Gelddruckmaschinen auf Hochtouren laufen, oder extreme Vorgriffe auf mögliche und evtl. zu erwartende Einnahmen der nächsten Jahrzehnte, jetzt schon mit vollen Händen verteilt werden. Man verteilt großzügig etwas, was real nicht mehr, oder noch nicht vorhanden ist. Das sind alles jene Steuergelder von unseren Kinder und Enkelkindern, die ohne drastische Steuererhöhungen in der Zukunft niemals erbracht werden können. Den Finanz-Fachleuten wie auch den beratungsresistenten politischen „Lenkern“ unseres Staates ist dies natürlich bekannt und trotzdem wird unbeirrt mit der Märchenstunde fortgefahren um die Bürger weiterhin zu täuschen. Wir müssen die politisch Handelnden dazu zwingen, dass nicht die Steuerzahler für die kapitalistische Raffgier zur Kasse gebeten werden, sondern ausschließlich das raubtierkapitalistische System von Verursachern und Profiteuren …(!)
Unter den nachfolgenden Links können Sie Berichte zu dieser Thematik aus breiter Sicht nachlesen.
Staatshilfen haben Banker-Boni gerettet Bonuszahlungen lagen 2008 teils weit höher als Gewinne Milliardenschwere Staatshilfen einerseits, üppige Bonuszahlungen andererseits: Der New Yorker Generalstaatsanwalt hat große US-Banken scharf kritisiert - die Entlohnungspraxis habe "weder Hand noch Fuß". Die Boni flossen teils trotz enormer Verluste. Neun der größten US-Banken haben vom Steuerzahler im vergangenen Jahr zusammen 175 Milliarden Dollar (123 Mrd. Euro) bekommen und zugleich 32,6 Milliarden Dollar an Prämien ausgeschüttet, kritisierte der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo. Teils flossen die Boni trotz enormer Verluste, teils zehrten sie einen Großteil der Gewinne der Institute auf: So hätten unter anderem Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan Chase mehr Prämien an ihre Manager gezahlt, als sie Gewinn gemacht hätten. Bei Goldman Sachs lagen die Prämien mit 4,8 Milliarden Dollar - im Schnitt waren das mehr als 160.000 Euro pro Mitarbeiter - mehr als doppelt so hoch wie der letztendliche Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar. Warum verdienen Banker so irre viel Geld? Jetzt ist sie wieder da, die Boni-Debatte. Neun amerikanische Banken, die staatliche Hilfen erhalten haben, schütteten 2008 trotzdem fast 33 Milliarden Dollar an Boni aus. New Yorks Generalstaatsanwalt ist empört. Die ganze Welt diskutiert, ob Boni in der Krise falsch sind, ob die Vergütung neue Strukturen braucht, eine langfristigere Orientierung, mehr Festgehalt. Eine Frage kommt dabei einmal wieder zu kurz: Wieso bloß verdienen gerade die Banker so irre viel Geld? Milliarden-Boni: Zahlung nach Zahlen Nach der öffentlichen Entrüstung über hohe Bonuszahlungen in staatlich gestützten Firmen hat das US-Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf zur Begrenzung von Manager-Boni verabschiedet. Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs verteidigt die Milliarden-Boni. Washington - Die am Freitag gebilligte Vorlage sieht unter anderem vor, dass Aktionäre zu den Bonuszahlungen Stellung nehmen und staatliche Aufsichtsbehörden Boni kürzen können. Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs verteidigte unterdessen Manager-Boni. Am Vortag war bekannt geworden, dass neun der größten US-Banken vergangenes Jahr 32,6 Milliarden Dollar Boni ausgeschüttet hatten, allein Goldman Sachs hatte 4,8 Milliarden Dollar verteilt. Wirtschaft muss Vertrauen erneuern (epd) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat an Arbeitgeber appelliert, das Vertrauen in die Wirtschaft zu erneuern. Auf dem Arbeitgebertag am Mittwoch in Berlin sagte Huber, die Akteure selbst müssten sich bemühen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Dies müsse neben der Bewältigung der Finanzkrise und deren Folgen für die Unternehmen höchste Priorität haben. "Hätte mir anderen Abgang gewünscht" Geht mit 50 Millionen Euro Abfindung nach Hause: Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Träne im Knopfloch: Nach seinem Abgang als Porsche-Chef blickt Wendelin Wiedeking mit Stolz und Schmerz zurück. Was er erreicht habe, wäre ihm bei Amtsantritt "nicht einmal im Traum" eingefallen. Dennoch hätte er sich "einen anderen Abgang gewünscht". Das sieht auch Arbeitsminister Olaf Scholz so - mit Blick auf Wiedekings Abfindung. Merkel gegen Steuererhöhung Kanzlerin Merkel stemmt sich wenige Monate vor der Bundestagswahl der heraufziehenden Steuerdebatte entgegen. Einem höheren Mehrwertsteuersatz erteilte sie eine deutliche Absage. dpa Merkel gibt den Wahlkampfschlager von der Steuersenkung "Es wird mit mir eine Mehrwertsteuererhöhung nicht geben“, sagte die CDU-Chefin am Montag in Potsdam mit Blick auf die Zeit nach der Wahl Ende September. Wirtschaftsweiser rechnet mit Steuererhöhungen Der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard rechnet angesichts dieser Zahlen in absehbarer Zeit mit steigenden Steuern. „Ich selbst halte die Wahrscheinlichkeit, dass es in der kommenden Legislaturperiode zu Steuererhöhungen kommt, für wesentlich höher als diejenige von Steuersenkungen“, sagte er dem „Handelsblatt“. Angesichts der steigenden Defizitquote des Staates helfe nur ein neuer Anlauf zur Konsolidierung, sobald die Krise vorbei sei. Zwischen Wahrhaftigkeit und Lüge Steuererhöhungen Angela Merkel Halten Sie das Versprechen Angela Merkels, die Steuern in den nächsten vier Jahren nicht zu erhöhen, für glaubwürdig? 20% - JA, glauben also das Versprechen 78% - NEIN, glauben also nicht das Versprechen 2% - weiß nicht, haben keine Meinung Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung - 480 Miiliarden erwartet Kreditklemme bei kleineren Firmen Ulm. (ddp) Viele kleineren Unternehmen dürften Ende dieses und Anfang nächsten Jahres in eine Kreditklemme geraten. Das erwartet der frühere baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU), d er heute Mitglied des Leitungsausschusses der Finanzmarktstabilisierungsanstalt ist. Diese verwaltet den Finanzmarktstabilisierungsfonds ( SoFFin). Gesunden Unternehmen drohe allerdings keine Insolvenz, sagte Stratthaus der in Ulm erscheinenden «Südwest Presse» (Dienstagausgabe). «Davon bin ich fest überzeugt bei gesunden Firmen, die beweisen können, dass sie auch in Zukunft ein tragfähiges Geschäftsmodell haben», sagte der Experte. Stratthaus befürchtet «besonders im letzten Quartal dieses und wahrscheinlich im ersten Quartal nächsten Jahres» zunehmende Kreditausfälle. |
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Papstentscheidungen
und Pius-Bruderschaft ...
(Februar 2009
– Red. ws) Nach der Brüskierung der Muslime und der
„Entkirchlichung“ aller Ev. Christen, steht nun
eine weitere höchst fragwürdige Papstentscheidung
unter heftiger Kritik einer breiten Öffentlichkeit. Mit der
Rehabilitierung ultrakonservativer, gefährlicher Ignoranten
und Holocaustleugnern, wurden nicht nur die Gefühle der
Menschen jüdischen Glaubens verletzt. Es wird damit auch
die sich angebahnte interreligiöse Verständigung der
nachkonziliären Ära stark beeinträchtigt. Natürlich auch die
zarte Pflanze Ökumene, die ohnehin an der Basis immer schon
mehr Rückhalt gefunden hat, als bei der
Kirchenführung des Vatikans.
Die außerhalb der kath. Kirche stehende Pius-Bruderschaft, lediglich auf Judenhass und Holocaustverleugnung zu reduzieren, käme einer Verniedlichung ihrer eindeutig formulierten Zielvorstellungen gleich. Auch sind die aktuellsten Verlautbarungen dieser Bruderschaft nicht vordringlich entscheidend, sondern die seit Jahrzehnten einem Präfekten der Glaubenskongregation bestens bekannten und nicht veränderten mittelalterlich zementierte Standpunkte, die einer Fortentwicklung von Kirche und Gesellschaft diametral entgegen stehen. Hierbei gilt es besonders die akute Gefährdung unseres freiheitlich demokratischen Rechtsstaates durch diese Gruppe zu thematisieren. In diesem Kontext betrachtet, muss auch nachträglich die „besondere“ Behandlung eines Leonardo Boff und der Befreiungstheologie, durch eben jenen „Kardinal Ratzinger“, in einem anderen Licht gesehen werden. Mit welchem Recht dürfen wir Europäer den Muslimen die verhinderte religiöse Fortentwicklung, oder gar den Rückfall in einen gefährlichen Fundamentalismus mittelalterlicher Prägung vorhalten, wenn man auch im christlichen Abendland einer deutlichen Rückentwicklung in die unseligsten Zeiten des Christentums den Weg bereitet ? Haben die Menschen unserer Zeit immer noch nicht begriffen, dass kein Gott anbetungswürdig sein kann, wenn er unser aller persönliche oder religiöse Freiheit und Selbstbestimmung verbietet, die Unterdrückung, Bekämpfung oder den Tod anders- bzw. ungläubiger Menschen begünstigt, erlaubt oder gar einfordert ? Oder ist es das verschleierte Ziel, mit der offiziellen Einverleibung dieser ultrakonservativen Bruderschaft, die Rückentwicklung hin zu der alleinseligmachende vatikanischen Weltdominanz des Mittelalters einzuleiten - also weg von dem Weg zur Moderne, hin zu dem Abhängikeits- und Unterdrückungssystem unserer dunkelsten Vergangenheit ? Müssen nicht gerade wir, die wir uns "Protestanten" nennen - nicht leise und zaghaft, sondern auch mal laut und polternd, jedoch sachbezogen, auf all diese - allein von Menschen geschaffenen - kirchlichen wie auch weltlichen Fehlentwicklungen und Missstände hinweisen ? Oder sollte das kleine Mönchlein aus Wittenberg, gegen die ungeheuerlichen Verfehlungen des Papsttums völlig sinnlos und vergeblich gekämpft haben ? Unter den nachfolgenden Links können Sie Berichte zu dieser Thematik aus breiter Sicht nachlesen. www.zeit.de Der 54-jährige Wagner, seit 1988 Pfarrer in Windischgarsten, hatte durch umstrittene Äußerungen Schlagzeilen gemacht. So warnte er die Jugendlichen vor den Harry Potter-Büchern von J.K. Rowlings, weil er darin "Satanismus" am Werk sah, und nannte den Hurrikan "Katrina", der New Orleans verwüstet hatte, eine Art göttliche Strafe für eine unmoralische Stadt ...(!) Benedikt XVI. hat einen Holocaust-Leugner rehabilitiert. www.sueddeutsche.de Die deutschen Bischöfe distanzieren sich von den Äußerungen des Briten ...(!) - aber nicht von der Entscheidung des Papstes ...(?) Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich von den Äußerungen des britischen Bischofs Richard Williamson zum Holocaust distanziert. Die Leugnung des Holocaust sei inakzeptabel und gehöre nicht zur Lehre der katholischen Kirche, sagte der Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, im ZDF. In einem Fernsehinterview bei einem Besuch in Bayern vor wenigen Wochen hatte Williamson gesagt, historische Fakten sprächen gegen die Existenz von Gaskammern. Es seien nicht sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet worden, sondern 200.000 bis 300.000 - aber keiner von ihnen in Gaskammern. www.hagalil.com Papst Benedikt XVI. lässt die Exkommunikation von vier fundamentalistischen Bischöfen, die der extremen Rechten nahe stehen, annullieren. Einer von ihn entpuppt sich als Propagandist der Auschwitz-Lüge… Es ist nicht die erste kontroverse Entscheidung, die der seit vier Jahren amtierende Papst Benedikt XVI. - er wurde zuvor, in seiner Amtszeit als Kardinal, von manchen Stimmen auch “Panzerkardinal” genannt - trifft. Aber dies ist wohl die umstrittenste von allen. Und zugleich der vielleicht folgenreichste unter allen seinen Beschlüssen, beispielsweise im Hinblick auf die christlich-jüdische Aussöhnung. www.orf.at Nach Ansicht von Kardinal Christoph Schönborn sind bei der Aufhebung der Exkommunikation des britischen lefebvrianischen Bischofs Richard Williamson Fehler im Vatikan passiert. "Wer die Shoa leugnet, kann nicht in seinem kirchlichen Amt rehabilitert werden", sagte Schönborn in der ZiB 2 des ORF-Fernsehens. Vorgehen schadet Amt und erschwert Ökumene www.welt.de Der Papst erntet wegen der Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen weiter scharfe Kritik. Die Entschuldigung Williamsons hat die Lage auch nicht entspannt. Denn der Holocaust-Leugner nahm inhaltlich nichts zurück. Die umstrittene Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der traditionalistischen Pius-Bruderschaft, darunter der Holocaust-Leugner Richard Williamson, droht die Ökumene zu belasten. „Schock und Befremden“ habe die römische Entscheidung ausgelöst, sagte der Bischof der evangelischen Landeskirche von Braunschweig, Friedrich Weber. Der „Wille zur Einheit“ sei offenbar so mächtig, dass Papst Benedikt bereit sei, „menschenverachtende und kriminelle Äußerungen“ eines Bischofs in Kauf zu nehmen. Kirche verliert an GlaubwürdigkeitBenedikt www.welt.de Der Protest gegen die Rehabilitierung von vier traditionalistischen Bischöfen hat nun auch die Deutsche Bischofskonferenz erreicht. Als erster deutscher Bischof hat sich Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), öffentlich vom Beschluss des Papstes distanziert. Kritik am Informationsfluss im Vatikan www.heute.de Der Chef der katholischen deutschen Bischöfe, Erzbischof Zollitsch, sagt im ZDF: Bei der Aufhebung der Exkommunikation des Holocaust-Leugners Williamson habe man "den Papst leichtfertig ins Messer laufen lassen." Der Präsident der zuständigen Päpstlichen Kommission, Kardinal Darío Castrillon Hoyos, hätte sich vergewissern müssen, "was für Personen" die betroffenen vier Mitglieder der Pius-Bruderschaft seien, sagte Zollitsch am Donnerstag in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Hier eine von „Radio
Vatikan“ offiziell verbreitete Äußerung.
Jeder gut informierte Mensch kann sich selbst eine Meinung bilden, wie
offenbar un- oder desinformiert der Pontifex Maximus, weittragende
kirchliche Entscheidungen trifft und in welchem desaströsen
Kommunikations-Umfeld dies offenbar geschieht...
www.radiovaticana.org Der Papst hat die Äußerungen von Bischof Richard Williamson zur Holocaust-Leugnung zum Zeitpunkt der Aufhebung der Exkommunikation nicht gekannt ... Das stellte am Mittwochnachmittag das Vatikanische Staatssekretariat klar. Bevor Williamson in der Kirche seinen bischöflichen Dienst ausüben darf, müsse er sich auf unzweideutige und öffentliche Weise von seinen Stellungnahmen zur Shoah distanzieren. Vatikan-Sprecher selbstkritisch Die Williamson-Affäre hat nach Ansicht von Vatikansprecher Federico Lombardi Kommunikationsdefizite in der Kurie offengelegt. Zugleich nahm Lombardi in der katholischen französischen Tageszeitung "La Croix" Papst Benedikt XVI. im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation des britischen Bischofs und Holocausts-Leugners Richard Williamson in Schutz. Nach den Worten Lombardis muss in der Kurie erst noch eine "Kultur der Kommunikation" geschaffen werden. Jede Abteilung kommuniziere eigenständig, ohne zwangsläufig an eine Zusammenarbeit mit der Presseabteilung des Vatikans zu denken ... Anmerkung: Die veröffentlichten Ziele und Ansichten der Pius-Bruderschaft können über viele Jahrzehnte, auch dem ehemaligen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, nicht verborgen geblieben sein ...(!) Was ist los mit der katholischen Kirche und dem Papst? www.kurier.at Die Entscheidung von Benedikt XVI., vier exkommunizierte Bischöfe der Pius-Bruderschaft, darunter den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson, wieder in die Kirche aufzunehmen, hat international für Entsetzen gesorgt. Die Ernennung des erzkonservativen Pfarrers Gerhard Wagner zum Linzer Weihbischof sorgt für mediales Echo im Ausland, etwa in der Los Angeles Times. www.sueddeutsche.de Die päpstliche Rehabilitierung eines Holocaust-Leugners ist eine politische Angelegenheit - und damit auch Staatssache. Die Kanzlerin hat darauf reagiert, wie reagiert werden musste. So wie es der Kirche unbenommen ist, die Politik des Staats zu kritisieren, ist es dem Staat unbenommen, die Politik des Vatikans zu kritisieren. Es gibt kein Zurückhaltungsgebot. Es gibt sogar ein Zurückhaltungsverbot, wenn es, wie bei Bischof Williamson, um die Leugnung des Holocaust geht. Die Besänftigungsargumente gehen langsam aus ... www.heisse.de Die Holocaust-Leugnung durch Bischof Williamson ist seit 20 Jahren bekannt ...(!) Der Sonderfall "Holocaust-Leugnung" zeigt schließlich, wie tief verankert der Judenhass bei den katholischen Traditionalisten ist. Da wird nun lamentiert, auch davon habe der Papst ja nichts gewusst. An verschiedenen Ecken der Erde melden sich gleichzeitig lefebvrianische Holocaust-Leugner. Wer weiterhin von einem exotischen Einzelfall sprechen will, benötigt schon eine gehörige Portion Leichtgläubigkeit. "Fall für den Verfassungsschutz" "reaktionär und demokratiefeindlich" Parteienforscher Prof. Gerd Langguth hält die Pius-Bruderschaft für einen "Fall für den Verfassungsschutz". Im Interview mit dem ZDF-"heute-journal" sagte Langguth, die Pius-Bruderschaft strebe einen "katholischen Gottesstaat an". "Es ist eine Frage des Verhältnisses dieser Organisation zur freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Und dieses sehe ich hier in Frage gestellt. Deswegen glaube ich, dass es eine Aufgabe des Verfassungsschutzes ist, sich darum zu kümmern." Der ehemalige Schüler und Weggefährte von Kardinal Josef Ratzinger, der emeritierte Regensburger Theologieprofessor Wolfgang Beinert, bezeichnet die Pius-Bruderschaft im "heute-journal" als "reaktionär und demokratiefeindlich". Er hält es für "absolut ausgeschlossen, dass die Pius-Bruderschaft die Forderung des Papstes erfüllen wird, das Zweite Vatikanische Konzil anzuerkennen". INFOBOX - Pius-Bruderschaft und das Verhältnis zu unserem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat (Red. ws) Durch die „Rechristianisierung des Gemeinwesens“ wollen die Pius-Brüder unseren freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat in einen Gottesstaat umfunktionieren. Mit deutlichen Thesen und Formulierungen, gegen die elementarsten Regeln unseres Rechtsstaates, greift die Pius-Bruderschaft die Grundrechte unseres Gemeinwesens an. Mit der Grundsatz-These, dass die „Gewalt in Staat und Gesellschaft, nicht vom Volke, nicht von der Basis ausgeht, sondern von Gott“ ausgeht, agieren die Pius-Brüder eindeutig gegen den wichtigsten Grundpfeiler unseres Staates. Unsere gesamte Verfassungsgrundsätze, wie die alleinige vom Volk ausgehende Staatsgewalt, inclusiv der Gewaltenteilung – ohne jeglichen direkten Einfluss irgendeiner Religion – wird somit von der Bruderschaft angegriffen. Damit offenbart sich diese Gruppe als Verfassungsgegner ...(!) Durch die hier formulierte „Orientierung an den Naturgesetzen der Heiligen Schrift, die sich objektiv in den 10 Geboten ausdrückt“ und der Verweigerung existentiellen Freiheiten, weg von unserer Gesetzgebung und hin zu einem intoleranten Gottesstaat mittelalterlicher Prägung wird dies deutlich aufgezeigt. Bezeichnenderweise tritt der Obere und Vordenker (Pater Schmidberger) für die Todesstrafe und „für eine Bestrafung mit einem zunächst vindikativen (rächenden) Charakter“ ein (!) Das Rechtsprinzip der „Rache“ wird in seinen Grundsätzen deutlich hervorgehoben und offenbart damit die wahre Einstellung dieser Gruppe zu dem, von Humanität geprägtem Menschenbild unserer Grundordnung. Die Formulierungen gegen unseren Rechtsstaat, erfolgen weiter durch eine deutliche Infragestellung der Basiseinstellung aller Demokraten “on man one vote“ - der von allen freiheitlich demokratischen Gemeinwesen der westlichen Welt geteilt wird. Zudem werden die Parteien, nicht auf das Wohl des Volkes stehend, vielmehr auf dessen Spaltung zielend, in hintergründiger Form diskreditiert. In weiteren Formulierungen wird die zivile Scheidung, vor- und außereheliche Beziehungen, Empfängnisverhütung, Gotteslästerung, Homosexualität, Pornographie, Drogen, Euthanasie und die Abtreibung verboten. Es gibt nur die „von Gott gestiftete Religion“ - falsche Religionen (wohl auch Religionslosigkeit...) und Kulte werden verboten ...(!) Der intolerante Zwang zu der einzigen "richtigen Religion" wir hier sehr deutlich. Was richtig und falsch, wie auch jenes was gut und böse ist, entscheidet demgemäß keines unserer bisherigen Gerichte (laut Gesetz), sondern in letzter Konsequenz wohl ausschließlich die Vertreter „dieser einzig richtigen Religion“ - der Pius Bruderschaft. Dieses solchermaßen in einen christlich fundamentalistischen Gottesstaat revolutionierte Gemeinwesen, muss nach Kräften das Wirken „dieser“ Kirche schützen und verteidigen, da dieses neue Gemeinwesen ohne den „speziellen“ göttlichen Glauben und Gnade praktisch als unmöglich hingestellt wird – so die nachlesbare Sichtweise der Gruppe „authentischer Christen“. Der Zwang zu einem „sozialen Königtum Jesu Christi“ wäre demnach unausweichlich ... Mit welchen Mitteln dieses "bruderschaftliche" Gemeinwesen zu agieren gedenkt, geht aus den Zeilen über die Nähe von "Missionaren und Soldatenstand" der Grundsätze hervor. Hier wird verdeutlicht, dass ein Volk den Willen zur „Verteidigung seiner Grenzen und seiner Kultur“ zum Schutz des Glaubens und des Reiches Gottes haben muss. Die enge Verbindung zwischen Missionaren und Soldatenstand wird hier, scheinbar geschichtlich, sehr aufschlussreich verdeutlicht. Der geschichtliche Hinweis geschieht jedoch unter Auslassung von sehr entscheidenden geschichtlichen Tatsachen. Die radikale Missionierung incl. der Schreckenstaten, die auch unter dem Vorzeichen des Kreuzes geschehen sind, werden nicht thematisiert ... Bei eingehender Analyse der Grundsätze und weiterer Äußerungen lassen sich hier eindeutige Parallelen zu einem ebenfalls fundamentalistisch geprägten Gottesstaatsmodell, einer anderen abrahamitischen Religion feststellen. Derartige Thesen kann man beispielsweise auf der Website von „Civitas-Institut“ und in dem Manifest „Grundsätze einer christlichen Gesellschaftsordnung“ des Oberen der Priesterbruderschaft St. Pius X, Pater Franz Schmidberger nachlesen. Ferner auch in den Elektronischen- wie auch in den Print-Medien. Dass die Bruderschaft das Zweite Vatikanische Konzil nicht nur strikt ablehnt, sondern durch ihre Vertreter "schlimmer als eine Häresie (Ketzerei)" bzw. sogar als eine "Cloaca maxima" bezeichnen lässt, ist inzwischen allseits bekannt. |
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(Oktober 2008 -
Red. ws) Ausgehend von einem zügellosen globalen Raffgierspiel
ohne Regeln, haben die Investmentbanker an der Wall-Street den
größten Finanz-GAU der Geschichte
ausgelöst. Die Folgen der fatalen US-Staats- und der
astronomischen Privatverschuldung, die unverantwortliche Kriegs- und
Immobilien-Politik wirkten als potentielle Initialzündung
dieser globalen Katastrophe. Beteiligt haben sich an diesem
weltumfassenden Spiel auch Zocker der deutschen Bankenbranche
– auch jene unter direktem Staats-Aufsicht.
Auch die Spitzen der Wirtschaft und der Politik setzten unkritisch und einseitig auf die Regulation des Marktes. Auch die deutsche Politik erweiterte bereitwillig und risikoreich jenen unkontrollierten Spielraum des Marktes, den diese Spekulanten und Zocker zwingend benötigten, um in typisch kapitalistischer Raffgier, das System voll gegen die Wand fahren zu können. Von dem erfolgreichen Nachkriegsmodell, der "Sozialen Marktwirtschaft" hatte man sich ohnehin schon lange verabschiedet. Das zügellose kapitalistische Brachial-System reagiert nun auch entsprechend - derzeit bedient es sich ohne Skrupel dem typischen Mittel einer Sozialistischen-Planwirtschaft. Unfassbar, aber dennoch wahr. Es wird global verstaatlicht und Steuergelder in astronomischer Höhe, ohne jegliche Deckung bereitgestellt. Infolge dieser kapitalistischen „Kernschmelze“ werden die Billionenverluste sozialisiert (dem Steuerzahler aufgebürdet), nachdem alle Gewinne über Jahrzehnte den gierigen privaten Taschen einverleibt wurden. Die Folgen dieses globalen Desasters für die Weltwirtschaft sind derzeit unabsehbar. Erschreckende Parallelen an die Zeit der Warum hat unsere christlich geprägte Kultur es zugelassen, dass die Ökonomie die ethische Grundlage völlig negiert? Ist daher die Weltfinanzkrise nicht zuletzt auch eine zwangsweise Folge der dauerhaften Verleugnung der elementarsten ethischen Grundprinzipien unserer „zivilisierten“ Welt ? Scheitert diese rabiate Spielart - der menschenverachtende Raubtier-Kapitalismus - nun ebenso katastrophal wie die Planwirtschaft des Kommunismus? - oder hat ein reformiertes System noch eine Chance, wenn nach sozial/ethischen Grundprinzipien gehandelt wird ? Provozierend sollte noch gefragt werden, ob die sogenannten christlichen Werte tatsächlich nicht „alltagstauglich“ sind - bzw. warum sie lediglich zur Wahrung des äußeren Scheins missbraucht werden ? Wir Christen müssen uns daher ernsthaft fragen, warum nach Jahrtausenden der „Tanz um das goldene Kalb“ sich derzeit vornehmlich in jenen Gesellschaften manifestiert, die sich besonders häufig und inbrünstig auf Gott berufen ? "Worauf du nun (sage ich) dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott" ( Unter den nachfolgenden Links können Sie Berichte zu dieser Thematik aus breiter Sicht nachlesen.
EKD-Ratsvorsitzender:
"Finanzbranche hat verantwortungslos gehandelt ...(!)" (26. Sept. 2008 Berlin (epd) ) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hat der Bankenbranche im Zusammenhang mit der Finanzkrise Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Die Manager könnten sich nicht im Quartalsrhythmus Gewinne gutschreiben lassen und dann "auf der anderen Seite die Risiken sozialisieren", sagte der Berliner Bischof am Freitag im RBB-Hörfunk. In der Krise verhielten sich die Banker gar nicht kapitalistisch und wendeten sich an den Staat, kritisierte Huber weiter. "Das heißt: Der Steuerzahler zahlt die Risiken, die die Banken eingegangen sind. Und die Individuen haften persönlich nicht." Hier der vollständige Beitrag: Bischof Huber: "Wirtschaft braucht Werte" (1. Okt. 2008 Frankfurt a.M. (epd) .... Auszug) Bischof Wolfgang Huber hat die Banken angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise an ihre Verantwortungspflicht erinnert. In den USA hätten Investmentbanker sich von kurzfristigen Gewinnmöglichkeiten blenden lassen und die Augen vor den Risiken verschlossen, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch in Frankfurt bei der Vorstellung der Mittelstandsstudie "Wirtschaft im Wertewandel" der Commerzbank. "Wirtschaft braucht Werte", mahnte Huber. "Banken unterliegen aufgrund ihrer Schlüsselstellung in den Finanzströmen einer besonderen Verantwortungspflicht", so der Bischof. Mit Blick auf Bankenkrise, Korruption und Steuerhinterziehung verwies Huber auf "Fehlsteuerungen und Fehlverhalten" in den Unternehmen. Die Wirtschaft habe in weiten Teilen das Vertrauen der Menschen verspielt. Die Wiederherstellung dieses Vertrauens müsse eine vordringliche Aufgabe der Wirtschaft sein, mahnte der EKD-Ratsvorsitzende. Die gegenwärtige Krise biete die Chance, Ethik und Wirtschaft weiter zusammenzuführen. Huber rief Unternehmer und Manager auf, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden. Werte wie Verantwortungsbereitschaft, Unternehmergeist und Engagement für das Gemeinwohl müssten durch Vorbilder vermittelt werden. Der Umgang von Managern mit öffentlichen Tugenden sei deshalb von großer Bedeutung. Notwendig sei ein "klares Ethos unternehmerischer Verantwortung" in allen Bereichen der Wirtschaft. .... Hier der vollständige Beitrag: "Unternehmerisches Handeln in Evangelischer Perspektive" Weltkirchenrat warnt vor Gier nach Profit (10. Okt. 2008 Genf (epd) .... Auszug) Angesichts der weltweiten Finanzkrise hat ein Vertreter des Weltkirchenrats die Bank-Manager aufgefordert, bei ihren Entscheidungen das Gemeinwohl zu berücksichtigen. "Die Finanzkrise zeigt, dass ein zügelloser Egoismus und eine schrankenlose Gier nach Profit ins Verderben führen kann", sagte der Programmdirektor des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Martin Robra, am Freitag dem epd in Genf. .... Die Manager hätten eine ethische Verantwortung, weil ihre Entscheidungen das Wohlergehen von Millionen Menschen beeinflussten. "In bestimmten Fällen hängt Leben und Tod vieler Menschen von den Entscheidungen ab", betonte Robra. Er betonte, dass Kirchen das Recht zur Kritik an der Wirtschaftsordnung und ihren Verantwortlichen hätten. Er forderte: "Die Exzesse des neoliberalen Kapitalismus müssen begrenzt werden." Die Staaten hätten jetzt die Aufgabe, den Banken und Finanzinstituten stärker auf die Finger zu schauen und klare Regeln aufzustellen. .... Hier der vollständige Beitrag: „Du
sollst nicht stehlen" in der TACHELES-Runde
(In der 8. Gesprächsunde geht es um das Siebte Gebot) Eberhard Cherdron, Kirchenpräsident - Prof. Dr. Hans Herbert von Arnim, Verfassungsrechtler - Prof. Dr. Felix Ekardt, Philosoph und Jurist, Ottmar Schreiner, MdB, dikutieren unter der Moderation von Ursula Ott. Warum gilt der eine als Finanzgenie und der andere als Gauner? Ist die Beteiligungsgerechtigkeit die Grundlage für unsere Zivilgesellschaft und wo liegen ihre Grenzen? Sind Macht und Raub als Zwillinge untrennbar miteinander verbunden? Ist Eigentum bereits Diebstahl? Wie steht es um Steuermoral und staatliche Gerechtigkeit? Was geschieht in Zeiten des Internets mit dem geistigen, kreativen Eigentum des Einzelnen – darf es für alle, alle Zeit verfügbar sein? Inwieweit gilt das siebte Gebot für unsere Partnerschaft mit der dritten Welt? Müssen wir von unserem Reichtum für die Armen opfern? Di. 14. Okt., 19 Uhr, Gedächtniskriche, Speyer, Thema: „Du sollst nicht stehlen – was aber, wenn die Not zu groß ist?" PHOENIX-Sendetermin: Sonntag 26. Oktober 13.00 Uhr und 22.30 Uhr Staatsbankrott Finanzkrise reißt ganze Staaten in den Abgrund (7. Okt. 2008 - WeltOnline) Die Finanzkrise tritt in ein neues Stadium. Nachdem bislang nur Banken unterzugehen drohten, scheinen nun ganze Staaten in Gefahr. Beinahe hätte Island Staatsbankrott anmelden müssen, wahrscheinlich retten die Russen die Inselrepublik. Das Vertrauen in die Allmacht des Staates ist untergraben. Hier der vollständige Beitrag: Gigantische Verluste durch Finanzkrise (7.10. 2008 - DW, Deutsche Welle .... Auszug) Die Finanzkrise kostete Investoren bislang weltweit 1,4 Billionen (1.400 Milliarden) Dollar - in etwa das Vierfache des deutschen Staatshaushalts. Diese Hiobsbotschaft verkündete der IWF in Washington und warnte vor weiteren Verlusten. Die Zeit für nationale Lösungen einzelner Länder sei vorbei, erklärte der Internationale Währungsfonds in seinem am Dienstag (07.10.2008) veröffentlichten Report über die globale Finanzstabilität. Vielmehr müssten die Rettungs-Maßnahmen international koordiniert werden. Finanzmärkte seien so sehr international verwoben, dass der weltweite Vertrauensverlust nur mit globalen Aktionen zu reparieren sei. Vor allem in Europa könne auf nationaler Ebene nicht mehr viel bewirkt werden, erklärte der Direktor der Abteilung Geld und Kapitalmärkte des Währungsfonds, Jaime Caruana. Das hieße aber nicht, dass in allen Ländern einheitlich dieselben Lösungen versucht "Die Mitgliedsländer der EU haben ganz unterschiedliche Strukturen und Institutionen auf ihren Finanzmärkten. Sie können nicht alle mit dem gleichen Ansatz vorgehen", sagte Caruana ..... Dass die Finanzmärkte wieder in Gang kommen, liege nicht nur im Interesse der Banken, argumentieren die Experten des Währungsfonds. Auch die Wirtschaft und private Sparer seien mittlerweile von der Finanzkrise betroffen. Längst habe die Finanzkrise die übrigen Bereiche der Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen und vor allem das Vertrauen der Sparer in die Stabilität der Banken erschüttert. ..... Hier der vollständige Beitrag: Internationale Koordination in der Finanzkrise (8.10. 2008 - Focus-Online .... Auszug) Deutschland, Frankreich und die USA wollen sich stärker koordinieren und besser zusammenarbeiten in der Finanzkrise. Dies beschlossen die Staatschefs Merkel, Bush und Sarkozy. Ebenso eingebunden wurde Großbritanniens Premierminister Brown. Nach dem kommenden G7-Gipfel wollen sich die Regierungschefs noch dieses Jahr zu einem internationalen Wirtschaftsgipfel zur Finanzkrise treffen. Hier der vollständige Beitrag: |
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(10. Juli 2007 -
Red. ws)Der Vatikan veröffentlichte ein von Papst Benedikt XVI
gebilligtes Dokument der Glaubenskongregation über die
Einzigartigkeit der katholischen Kirche. Es wird darin wiederholt (wie
in "Dominus Iesus" aus 2000) den anderen christlichen Kirchen ihr
kirchliches Selbstverständnis abgesprochen. Sie
können "nicht Kirchen im eigentlichen Sinn" sein , sondern
"kirchliche Gemeinschaften“.
Warum legt es der Vatikan darauf an das zarte Pflänzchen Ökumene austrocknen zu lassen ? Warum wird gerade zu diesem Zeitpunkt die Thesen aus dem „Dominus Iesus“ des Jahres 2000 nochmals so nachhaltig in den öffentlichen Focus gestellt ? Sucht der Vatikan unter diesem Pontifex einen Weg zurück ins mittelalterliche Selbstverständnis der vorreformatorischen Zeit ? Unter den
nachfolgenden Links können Sie Berichte zu dieser Thematik aus
breiter Sicht nachlesen.
Papst: Protestanten
sind keine Kirche
(Süddeutsche 10.7.2007) Huber: Ökumene in weite Ferne gerückt (Welt Online 13.7.2007) "Wir sind nicht von Anerkennung abhängig" (Welt Online 13.7.2007 - Auszug) Nach dem vatikanischen Dokument, nach dem Protestanten keine Kirche "im eigentlichen Sinn" seien, sieht der evangelische Bischof Wolfgang Huber die Ökumene in weite Ferne gerückt. Mit WELT ONLINE sprach er über das Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten. Welt Online: Ist mit dem jüngsten Dokument der römischen Glaubenskongregation zum Kirchenverständnis die ökumenische Tür wieder ein Stück weit zugeschlagen worden? Oder handelt es sich eher um die Einladung zu einem weiterführenden Dialog? Huber: Auf jeden Fall haben wir es mit einem Rückschritt zu tun. Dass die römischen "Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche" die Aussagen des umstrittenen Dokuments "Dominus Jesus" aus dem Jahr 2000 einfach wiederholen, ohne dabei zu berücksichtigen, dass es damals eine intensive innerkatholische - bis in hohe und höchste Ränge dieser Kirche hinein - und ökumenische Diskussion gegeben hat, halte ich für bedenklich. Es gab seinerzeit viele Anregungen, wie man die anstößige Ausdrucksweise überwinden kann. Davon ist in dem neuen Text nichts zu sehen. Fortschritte auf dem ökumenischen Weg gibt es aber nur, wenn die jeweiligen Partner bereit sind, ihren Standpunkt zu überprüfen... Welt Online: ...was Ihrer Meinung nach in dem Vatikan-Papier nicht geschehen ist? Huber: Die römischen "Antworten" lassen einen tieferen Sinn für die Relativität des eigenen Standpunkts vermissen. Die Hoffnungen auf einen Wandel unserer ökumenischen Situation sind damit weiter in die Ferne gerückt. Welt Online: Wollen die evangelischen Kirchen denn überhaupt Kirche sein, so wie die katholische Kirche sich definiert? Huber: Hier geht es nicht darum, wie die katholische Kirche "sich" definiert, sondern darum, dass sie diese Definition absolut setzt. Wir sind natürlich nicht davon abhängig, ob die römisch-katholische Kirche uns als Kirche anerkennt oder nicht. Wir sind fest überzeugt: Eine Kirche, in der das Evangelium auf rechte Weise gepredigt und die Sakramente auf rechte Weise verwaltet werden, ist Kirche in vollem Sinn. Es geht um die Auswirkungen eines Dokuments, das die katholische Auffassung von Kirche absolut setzt, zur Norm erklärt und von den anderen erwartet, dass sie sich diese Definition zu Eigen machen. Hier der vollständige Beitrag: Schreiben aus dem Vatikan Papst: Protestanten sind keine Kirche (Süddeutsche Online10.7.2007 - Auszug) Keine "Kirchen im eigentlichen Sinn" Deshalb sind sie "nicht Kirchen im eigentlichen Sinn", sondern "kirchliche Gemeinschaften, wie die Konzils- und Nachkonzilslehre bezeigt", heißt es in einem Kommentar der Glaubenskongregation zu dem Dokument. Die Verfasser räumen allerdings ein, dass "diese klaren Aussagen bei den betroffenen Gemeinschaften und auch in katholischen Kreisen Unbehagen verursacht haben". Aber es sei "nicht ersichtlich, wie man diesen Gemeinschaften den Titel 'Kirche' zuschreiben könne", heißt es weiter. Allerdings hätten die protestantischen Gemeinschaften "zweifellos einen kirchlichen Charakter und einen daraus folgenden Heilswert“. Rückschlag für Ökumene Das Dokument dürfte insbesondere die Bemühungen um ein ökumenisches Miteinander mit protestantischen und orthodoxen Kirchen erschweren. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, bezeichnete die Erklärung des Papstes als versäumte Chance. Die Hoffnung auf einen Wandel der Ökumene sei damit erneut in die Ferne gerückt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, räumte ein, die Stellungnahme erscheine in ihrer Knappheit und Dichte möglicherweise hart. Sie lasse aber grundlegend Raum, die anderen Kirchen nicht nur moralisch, sondern auch theologisch als Kirchen zu achten. Hier der vollständige Beitrag: Versäumte
Chance
(EKD Online 10.7.2007 - Auszug) Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, nimmt Stellung zu der Veröffentlichung der römischen Kongregation für die Glaubenslehre "Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche". 1. "Der katholische Ökumenismus mag auf den ersten Blick paradox erscheinen." So heißt es in dem amtlichen Kommentar zu den "Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche", die heute von der römischen Kongregation für die Glaubenslehre veröffentlicht worden sind. Paradox ist der römisch-katholische Ökumenismus nicht nur auf den ersten Blick; er ist es auf Dauer. Daran ändert leider auch das neue Dokument nichts. Es will zwar anerkennen, dass es auch außerhalb der römischen Kirche "echte kirchliche Wirklichkeiten" gibt. Aber insbesondere den Kirchen der Reformation verweigert es zugleich die Anerkennung als "Kirchen im eigentlichen Sinn". 2. Neu ist das nicht. Die "Antworten" selbst verweisen ausdrücklich auf die Erklärung "Dominus Iesus", die die Kongregation für die Glaubenslehre unter ihrem damaligen Vorsitzenden Joseph Kardinal Ratzinger im Jahr 2000 veröffentlicht hat. Der Stein des Anstoßes in der Erklärung "Dominus Iesus" war insbesondere der Satz: "Die kirchlichen Gemeinschaften ..., die den gültigen Episkopat und die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt haben, sind nicht Kirchen im eigentlichen Sinn". Ökumenisch Gesonnene auf beiden Seiten waren bemüht, diese Formulierung als missglückt und missverständlich, mithin als Fahrlässigkeit zu entschuldigen. Der jetzt veröffentlichte Text der Glaubenskongregation, der die Unterschrift des neuen Präfekten William Kardinal Levada trägt, aber vom Papst ausdrücklich "bestätigt" wurde, erweist sich jedoch als unveränderte Neuauflage der anstößigen Aussagen von "Dominus Iesus". In vollem Bewusstsein der innerkatholischen wie der ökumenischen Diskussion seit dem Jahr 2000 werden die damaligen Aussagen wiederholt. Von Fahrlässigkeit kann niemand mehr sprechen; es handelt sich um Vorsatz. 3. Von vielen Seiten, auch von hoher Stelle in der römischen Kurie, wurden in den vergangenen Jahren Vorschläge gemacht, um die anstößige Ausdrucksweise zu überwinden, die reformatorischen Kirchen seien "nicht Kirchen im eigentlichen Sinn". Es würde ja auch vollständig reichen, wenn gesagt würde, die reformatorischen Kirchen seien "nicht Kirchen in dem hier vorausgesetzten Sinn", oder sie seien "Kirchen anderen Typs". Aber keine dieser Brücken wird in den "Antworten" betreten. Insofern sind diese "Antworten" eine vertane Chance. Die Einsicht, dass ökumenische Fortschritte wechselseitigen Respekt für das Kirchesein des ökumenischen Partners voraussetzen, bleibt unberücksichtigt. Es bleibt nur zu hoffen, dass die ökumenische Sensibilität, von der die Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen in Deutschland weithin geprägt sind, sich bewahren und weiterentwickeln lässt. Zuletzt wurde durch die Unterzeichnung der Vereinbarung über die wechselseitige Anerkennung der Taufe am 29. April 2007 für diese Art ökumenischer Sensibilität ein wichtiges Zeichen gesetzt. Hier der vollständige Beitrag: Vatikan: Protestanten "keine Kirche" (Kurier Online 11.7.2007 - Auszug) Ein Dokument löst bei Protestanten empörte Reaktionen aus. Darin wird das universelle Primat der katholischen Kirche bekräftigt. Der Vatikan hat die universelle Vorrangstellung der katholischen Kirche erneut bekräftigt und damit vor allem bei Protestanten einen Sturm der Entrüstung entfacht. In einem am Dienstag im Vatikan veröffentlichten und von Papst Benedikt XVI. gebilligten Dokument wird die katholische Lehre bekräftigt, dass die protestantischen Kirchen keine "Kirchen im eigentlichen Sinn" seien. Aber auch die orthodoxen Kirchen litten demnach unter einem "Mangel", weil sie den Primat des Papstes nicht anerkennen.... Nur "kirchliche Gemeinschaften" Dass der Vatikan die Gemeinschaften, die aus der Reformation des 16. Jahrhunderts hervorgingen, nicht als "Kirchen im eigentlichen Sinn" sieht, wird damit begründet, dass diese Gemeinschaften "nach katholischer Lehre die apostolische Sukzession im Weihesakrament nicht besitzen". Deshalb fehle ihnen ein wesentliches Element des Kircheseins, weswegen sie nach katholischer Lehre nicht "Kirchen im eigentlichen Sinn", sondern nur "kirchliche Gemeinschaften" genannt werden könnten. Die Ostkirchen besäßen dagegen trotz ihrer Trennung wahre Sakramente – "und zwar vor allem Kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie". Allerdings litten die orthodoxen und orientalischen Kirchen ebenfalls unter einem Mangel, weil sie das Primat des Papstes nicht anerkannten und ihnen damit ein "inneres Wesenselement" fehle..... Hier der vollständige Beitrag: (Leider hat der "Kurier" diesen Link nicht mehr im NET) |
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| Ökumene,
Stillstand oder Krebsgang?
Reichen
differenzierte Zustandsbeschreibungen und Absichtserkärungen
aus, um der Ökumene die notwendigen positiven Impulse zu geben
?
Im Rahmen des Katholikentages
in Saarbrücken, äußerten sich
Repräsentanten der zwei christlichen Chirchen, in Interviews
mit der Saarbrücker Zeitung. Nachfolgend einige Passagen aus
der SZ vom 20. und 26. Mai zu Fragen der Ökumene.
Kardinal Lehmann beklagt Müdigkeit in der Ökumene SZ: Wie ökumenisch ist der bevorstehende Katholikentag? Man hat den Eindruck, seit dem Ökumenischen Kirchentag im Jahr 2003 in Berlin ging es nur in Trippelschritten voran... Kardinal Lehmann: Wir haben in der Ökumene in den vergangenen 40 Jahren sehr viel erreicht. Man darf aber nicht nur auf Sensationen aus sein und nur an die Abendmahlsgemeinschaft als demonstrativen Akt denken. Die Abendmahlsgemeinschaft ist das Ziel, nicht der Weg dorthin. Ich frage mich allerdings schon, ob die Leidenschaft für die Einheit der Kirche wirklich noch so groß ist, dass Hindernisse überwunden werden können. Da sehe ich im Moment mehr Müdigkeit als entschiedenen Willen. Wenn wir aber nicht stärker voneinander lernen, wenn wir nicht gemeinsam intensiver auf das Evangelium zugehen, dann wird die Ökumene leer. Dann lohnt der Aufwand nicht. Ich glaube aber, dass es zu der wirklichen Ökumene keine Alternative gibt. „Da ist ein Stück Ernüchterung im Ökumene-Prozess seit 2000“ SZ:.. Ist die Gemeinschafft der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland ein Trugbild?“ Bischhöfin Käßmann: Trugbild finde ich zu weit gehend. Aber sicher ist es so, dass sich im letzten Jahrhundert sehr viel ökumenisch aufeinander zu bewegt hat und seit dem Jahr 2000 etwas ins Stocken geraten ist. Nun ist es so, dass sich zwei Partner bewegen müssen. Gerade im Kirchenverständnis, im Amtsvertändnis, beim Abendmahl liegen die Fragen auf dem Tisch. Ich wünsch mir, dass wenigstens für konfessionsverbindende Ehepaare in der katholischen Kirche gemeinsame Eucharistie möglich ist und beispielsweise mehr Gottesdienste um zehn Uhr Morgens am Sonntag ökumenisch sein dürfen. Standartinfos: Ökumene - "Einheit
in der Vielfalt und Vielfalt in der Einheit – Über
das unterschiedliche Verständnis einer gemeinsamen Formel"
Ausschnitte aus dem Vortrag von Hermann Bart (31. Jan. 2006) auf Einladung der Katholisch-Theologischen und der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster: „Die Einheit der Kirche ist in Jesus Christus längst vorhanden. Sie muß nicht erst hergestellt, sondern nur bewahrt und bezeugt werden. Sie wird auf diese Weise sichtbar, erfahrbar und zugänglich.“... “Zur wahren Einheit der Kirche genügt es, übereinzustimmen in Bezug auf die Lehre des Evangeliums und die Verwaltung der Sakramente. Es ist aber nicht nötig, daß die menschlichen Überlieferungen oder von Menschen eingesetzten Riten oder Zeremonien überall gleich sind. Denn Paulus sagt: "Ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller" usw. (Epheser 4,5.6).“ Die Ökumene der Zukunft muß seriös sein, und wo sie es nicht mehr ist, muß sie es wieder werden. Das bedeutet: Sie muß sich über ihre Grundlagen im klaren sein ... Zur Seriosität in den Grundlagen kommt die Klarheit in der Zielbestimmung. Was wollen wir? Worauf soll alles hinaus? Die eigentliche gegenwärtige Krise besteht darin, daß wir uns in dieser Zielbestimmung nicht mehr eins sind. Wir verstehen unter der Einheit, die wir wollen, nicht immer dasselbe. Einig sind wir uns, daß Einheit nicht Einheitlichkeit, nicht Uniformität bedeutet. Wir sprechen alle von einer Einheit in der Vielfalt und der Vielfalt in der Einheit. Doch meinen wir mit dieser Formel wirklich dasselbe? Die Sätze, mit denen ich, sehr verehrte Damen und Herren, den Vortrag begonnen habe, stammen nicht von mir. Sie stammen von Kardinal Walter Kasper, und zwar aus seinem Beitrag beim Internationalen Ökumenischen Forum in Gnesen am 17. September des vergangenen Jahres... ...Brauchen wir nicht - bevor wir über Konsensökumene, Differenzökumene oder Ökumene der Profile streiten - zuallererst eine Ökumene des wechselseitigen Respekts, also einen Umgang miteinander, in dem wir uns intensiv bemühen, die Auffassung der anderen Seite zu verstehen und, selbst im Widerspruch, zu achten? Hier der vollständige Beitrag: |
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Gott
gegen die Wissenschaft...?
(Vom Urknall bis zur Genentschlüsselung) Müssen wir Prot. Christen die Bibel wortgetreu verstehen? Warum betrachten viele Menschen den Glauben und die Wissenschaft als "Alternativangebot" und nicht als wichtige Teile unserer Kultur? Sollen, oder dürfen wir die Evolution als pures Zufallsprodukt abqualifizieren, nur weil deren vermeintlichen Sinn oder Zielvorstellung nicht verstehen oder akzeptieren können, oder wollen? Zwei Rostocker
Theologen zur aktuellen Debatte um den Kreationismus
Rostock 25.1 2006 - Die Rostocker Theologische Fakultät hat ein aktuelles Thema aufgegriffen. Die Debatte um den Kreationismus – die wörtliche Auslegung des biblischen Schöpfungsberichtes und die Bestreitung naturwissenschaftlicher Ergebnisse - wird in den USA scharf diskutiert und wurde auch in der Ausgabe des „Spiegel“ mit dem Slogan „Gott gegen Darwin. Glaubenskrieg und die Evolution“ aufgegriffen. In einer Vortragsreihe wurde ein Gespräch dem Thema „Evolutionstheorie und wissenschaftliche Theologie“ gewidmet. Alttestamentler PD Dr. Martin Rössel ...Der biblischen Theologie und auch dem religiösen Bewusstsein liege es in keiner Weise an einer naturwissenschaftlichen Erklärung. Vielmehr stelle der Glaube an Gott als den Schöpfer eine Deutung der Welt dar, die unabhängig von jedwedem Stand der Naturwissenschaft seine religiöse Berechtigung habe... Prof. Udo Kern ...Dass die Evolutionstheorie von Anfang an auch produktiv in der theologischen Schöpfungslehre Aufnahme fand, zeigte Prof. Kern anhand bedeutender Gelehrter des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine These bestand darin, dass seit der innerbiblischen Entmythisierung der Schöpfungsvorstellung (vor allem in Genesis 1) Schöpfungsglaube und -theologie seit dem Mittelalter über Fichte bis in die Gegenwartstheologie sich der Gefahr der Verweltlichung und Indienstnahme Gottes bewusst war. In diesem Sinne stellen jegliche quasi-naturwissenschaftlichen Aussagen über einen „Intelligenten Designer“ problematische Personifizierungs-, Verdinglichungs- und damit Verendlichungstendenzen des Unbedingten dar... Biowissenschaftler Prof Dieter Weiss ...Christlicher Schöpfungsglaube und neuzeitliche Evolutionstheorie stellen keine Alternativen dar, sondern bewegen sich kulturell auf völlig unterschiedlichen Ebenen. Von dort aus können sie sich gegenseitig respektieren und befruchten. Hier der vollständige Beitrag, Ev. Landeskirchen Mecklenburg/Pommern: Schweizer Fernsehen: Christliche Fundamentalisten gegen Darwin Ein 10vor10-Beitrag vom letzten Freitag hat etliche Reaktionen aus streng religiösen Kreisen ausglöst. Der Beitrag berichtete darüber, dass an amerikanischen Schulen der Unterricht über die Evolutionslehre von Darwin auf Druck christlicher Fundamentalisten verboten worden ist. Die Erkenntnisse der Naturwissenschaften der letzten 150 Jahre sind ausser Kraft gesetzt. Statt dessen wird in diesen Schulen die Entstehung der Welt jetzt wieder so erklärt, wie es in der Bibel steht.... Hier der vollständige Beitrag: Salzburger Nachrichten:
Gottes intelligenter Plan: ...Kardinal Schönborn ... Dass sich die Kirche damit auf die Seite der "Kreationisten" stelle, wies Schönborn zurück: "Versuche, mit abenteuerlichen Hypothesen die Erdgeschichte auf sechs Tage zu reduzieren, entbehren jeder Seriosität." ... "Es gehört zum Wesen der Religion, dass sie so etwas wie einen Schöpfer annimmt. Dass jemand hinter der unglaublichen Ordnung im Universum und im menschlichen Leben steht, der für uns mit einer unbegreiflichen Intelligenz ein Wunderwerk geschaffen hat." ... "Die Frage, um die niemand herumkommt, lautet: Bin ich Produkt des Zufalls, weil eines Nachts meine Eltern zufällig zusammenkamen, oder bin ich ein Gedanke Gottes?" Wenn hinter dem Entstehen des Universums und des Lebens keine Vernunft und kein Plan stünden, sondern alles bloß Zufall sei, dann sei letztlich auch alles ohne Sinn... ...Papst Benedikt XVI. hat keinen Zweifel daran gelassen, dass Schönborn hiermit die offizielle Position des Vatikans vertritt. Bereits in seiner Antrittspredigt im April hatte der Papst gesagt: "Wir sind nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution. Jeder von uns ist Frucht eines Gedanken Gottes." Hier der vollständige Beitrag: Die Welt: "Science" erklärt Evolutionsbiologie zum "Durchbruch des Jahres"... Die Anhänger der Evolutionstheorie erhalten Recht. In Pennsylvania. Richter John Jones urteilte dort diese Woche, es sei verfassungswidrig, die Lehre vom "Intelligenten Design" als Alternative dazu an einer öffentlichen Schule zu unterrichten. Und nicht zufällig setzt das amerikanische Fachmagazin "Science" jetzt die "evolution in action" an die Spitze seiner Top-Ten-Liste der wissenschaftliche Durchbrüche 2005... Hier der vollständige Beitrag: |
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Hassenhüttl Lehrerlaubnis entzogen Bischof Marx entzieht Hasenhüttl die kirchliche Lehrerlaubnis 4.1. 2006 - Bischof von Trier: Bischof Reinhard Marx hat dem seit Juli 2003 suspendierten Priester Professor Gotthold Hasenhüttl die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. „Wer in gravierenden Dingen im Dissens zur kirchlichen Autorität stehe und nicht bereit sei, die kirchliche Ordnung zu beachten, der könne nicht im Namen der Kirche lehren.“... Hier der vollständige Beitrag: Wie soll eine praktische Ökumene Fortschritte bringen, wenn in elementaren Dingen wie dem Abendmahl, unüberbrückbar harte Abgrenzungen durchgesetzt werden? EKD kritisiert Entzug der Lehrerlaubnis für Hasenhüttl Gemeinsame Abendmahlsfeier für das katholische Lehramt offenbar undenkbar Für die Hannoversche Bischöfin Margot Käßmann "wird damit deutlich, dass eine gemeinsame Abendmahlsfeier für das katholische Lehramt überhaupt nicht denkbar ist". Käßmann bedauert die Disziplinierung des an der Saarbrücker Universität lehrenden Professors, der beim "Ökumenischen Kirchentag" 2003 in Berlin Katholiken und Protestanten die Kommunion gereicht hatte: " Gotthold Hasenhüttl hat etwas getan, worauf viele Kirchenmitglieder vor Ort in der Praxis hoffen (!) " Hier der vollständige Beitrag: Weitere Links: Abendmahlsstreit (Link nicht mehr verfügbar) Abendmahl/Eucharistie: Agapefeier: |
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